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19. September 2014

Koalition will olympische Wettbewerbe auch in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden lassen

Koalition will olympische Wettbewerbe auch in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden lassen
Auch wenn noch gar nicht entschieden ist, ob und wann Deustchland Olympische Spiele ausrichtet, gehen die sportlichen und politischen Akteure schon in die Startblöcke. Und schon weit vor dem eigentlichen Startschuss gibt es hitzige Debatten über Risiken und Chancen der Ausrichtung von olympischen Wettbewerben in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit ihrem Antrag „Olympia in Mecklenburg-Vorpommern“  (Drs.  6/3245) haben die Koalitionsfraktionen heute ihr Interesse an einer Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an einer möglichen Olympiaausrichtung Deutschlands im Jahre 2024 oder 2028 bekräftigt. Dabei begrüßen sie die Bewerbungsabsichten der Städte Hamburg oder Berlin und fordern vom Landtag die Unterstützung für eine Austragung einzelner Wettkampfsportarten an Sportstandorten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landesregierung wird zudem beauftragt, zusammen mit den beiden Bewerbern entsprechende Konzepte zu erarbeiten, in denen Mecklenburg-Vorpommern als Austragungsort verschiedenster Wettbewerbe eingebunden wird. Dabei sollen der Schulterschluss mit dem Bund, den Verbänden des organisierten Sports und dem Deutschen Olympischen Sportbund sowie der Wirtschaft und der Bevölkerung erfolgen, sowie die Maßgaben und Weiterentwicklungen der Agenda 2020 des IOC (sauberer Sport und Nachhaltigkeit bei allen Projekten) berücksichtigt werden.

CDU-Fraktionschef Vincent Kokert, erinnerte in der Einbringung des Antrages an das sogenannte Sommermärchen 2006, als Deutschland erfolgreich die Fußball-WM ausrichtete und die Menschen begeisterte. Mit Olympia in Berlin oder Hamburg mit Standorten in Mecklenburg-Vorpommern könnten die Bürger Spitzensport wieder einmal nicht nur am Fernseher,  sondern direkt vor der Haustür erleben, z.B. Segelwettbewerbe in Warnemünde, die Fußballvorrunde in Rostock, Reiten in Redefin oder Volleyball in Schwerin. Was die Bürgerbeteiligung angehe, plane Hamburg einen Bürgerentscheid, auch in Berlin sei dies im Gespräch, wobei man die Bürger in MV auch anders in Entscheidungen einbinden könne, nicht jeder Sportwettkampf müsse legitimiert werden. Natürlich stehe auch die CDU für eine Nachhaltigkeit der Olympiakonzepte, denn nicht städtebauliche Höchstleistungen seien gefragt, sondern wichtiger seien der Sport und Gastfreundschaft.

Simone Oldenburg, Die LINKE, kritisierte zunächst, dass der Antrag teilweise von anderen Bundesländern übernommen worden sei, räumte aber ein, dass die Begründung besser sei, als bei den Originalen. Sie wies auf den Änderungsantrag der LINKEN hin, der fordere, dass das Land im Falle eines Zuschlages Rostock und Schwerin so unterstützen müsse, dass keine kommunale  Schuldenerhöhung und Einsparungen in wichtigen sozialen Bereichen nötig seien. Nur dann eröffneten sich wirklich Chancen für die austragenden Regionen. Wenn der Änderungsantrag von den Koalitionsfraktionen abgelehnt werde, würde man sich der Stimme zum Olympia-Antrag der Koalition enthalten.

SPD-Sportexperte Rudolf Borchert skizzierte zunächst den Zeitplan und wies darauf hin, dass nicht Deutschland, sondern das IOC 2015 entscheide, wo die Spiele 2024 stattfänden, deshalb müsse zu diesem Zeitpunkt alles passen. Zwischen  Hamburg und Berlin herrsche zum Glück ein fairer Sportsgeist, selbst eine gemeinsame Bewerbung sei denkbar, und auch für seine Heimatregion, die Seenplatte, bestünden neben Rostock und Schwerin Chancen als Außenstandort der Spiele. Olympia sei im Übrigen auch eine Chance für mehr Frieden und biete interessante wirtschaftliche Chancen. Die Olympia-Bewerbung Münchens sei gescheitert, weil die Menschen nicht einbezogen wurden. Daraus müsse man lernen. M-V werde aber so oder so gewinnen, wenn die Spiele in Deutschland stattfänden.

Silke Gajek von den GRÜNEN nannte es kein Zeichen von Fairplay, dass die Koalition nicht versucht hätte, einen interfraktionellen Antrag zu diesem wichtigen Thema zu machen. Statt gemeinsam zu spielen, haben man Fronten und hohe Hürden für die Opposition aufgebaut. Auch sie warb für Ihren Änderungsantrag und verwies auf finanzielle Risiken, die beispielsweise durch Auflagen des IOC entstehen könnten. Wenn man gemeinsam Olympia wolle, müsse man auch gemeinsam Olympia planen.

Der Antrag erhielt schlussendlich die Stimmen der Koalition. Die Opposition enthielt sich mit der Begründung, dass die eigenen Änderungsanträge zuvor abgelehnt wurden.