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22. Juni 2016

Verein Willkommenskultur aus Torgelow gewinnt Johannes-Stelling-Preis 2016

Verein Willkommenskultur aus Torgelow gewinnt Johannes-Stelling-Preis 2016
Dieter Schäfer und das Netzwerk für Flüchtlinge Parchim erhalten Ehrenpreise

Die SPD-Landtagsfraktion hat heute im Rahmen einer festlichen Veranstaltung zum nunmehr elften Mal den Johannes-Stelling-Preis verliehen. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an den Verein Willkommenskultur Torgelow für dessen langjährige soziale und zivilgesellschaftliche Arbeit für Integration und Weltoffenheit in Vorpommern.

In der Begründung der Auswahljury heißt es: „Die ehrenamtliche Arbeit für geflüchtete Menschen wirkt in Torgelow und Umgebung nachhaltig. Eine hohe Würdigung verdient das Bemühen des Vereins, dass die Menschen nach ihrer Anerkennung in der Stadt bleiben und Lebensperspektiven finden. Neben Deutschkursen und Patenschaften werden den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Praktika, Ausbildungsplätze und Arbeitsstellen vermittelt. Zum Angebot gehören zudem gemeinsame Freizeitaktivitäten, in die Vereine aus der Umgebung einbezogen werden. Besonders eindrucksvoll ist, dass die ersten Geflüchteten mittlerweile selbst im Verein tätig sind. Sie bringen sich nun in die Organisation der verschiedenen Aktivitäten ein und helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Sie sind in Torgelow angekommen und fühlen sich zu Hause“.

In ihrer Laudatio betonte die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dagmar Kaselitz: „Frauen und Männer aus Torgelow, haben sich zusammengetan, eine Gemeinschaft gegründet, die beispielgebend Nachbarschaftshilfe leistet. Für alle Engagierten war und ist es gelebte Selbstverständlichkeit, anderen zu helfen, egal woher sie kommen. So manch eine oder einer hat bei sich durch dieses Engagement Talente und Kräfte entdeckt, derer sich einige vorher gar nicht bewusst waren.
Begleitet und unterstützt von der Stadt Torgelow und der Stadtvertretung waren es Vereinsmitglieder, die schon in Vorbereitung der Ankunft von Asylbewerbern in Einwohnerversammlungen dabei waren, den NPD-Parolen resolut entgegentraten und sofort bereit waren, aktiv zu helfen.

Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Stefanie Drese, sagte in ihrer Rede: „Unsere staatlichen Institutionen und unsere Zivilgesellschaft haben in den vergangenen Monaten sehr gut funktioniert und eine enorme Hilfsbereitschaft gezeigt. Tausende Freiwillige haben viel Kraft und Energie bei der Unterbringung, Versorgung und Unterstützung der Geflüchteten verwendet. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz hätten staatliche Stellen auf allen Ebenen die gewaltige Aufgabe nicht schultern können. Allen, die hier im Einsatz sind und waren, gilt unser Dank und unsere Anerkennung.
Der starke Staat mit seinem funktionierenden Verwaltungsapparat und unsere kraftvolle Zivilgesellschaft sind nun auch beim nächsten Schritt, der Integration der länger und dauerhaft bei uns bleibenden Flüchtlinge, gefordert. Wie dies gelingen kann, zeigen auf herausragende Weise die drei Nominierten für den Johannes-Stelling-Preis, die exemplarisch für viele engagierte Menschen in unserem Land stehen.“

Den Festvortag der Preisverleihung hielt der Künstler und Journalist Michel Abdollahi, Träger des Deutschen Fernsehpreises 2016 in der Kategorie „Beste Persönliche Leistung Information: Engagement und Haltung“.

Außer dem Verein Willkommenskultur Torgelow waren auch Dieter Schäfer und das Netzwerk für Flüchtlinge Parchim für den Johannes-Stelling-Preis nominiert worden. Sie erhielten für ihre engagierte Arbeit jeweils einen Ehrenpreis.

Dieter Schäfer:
Der gebürtige Halberstädter war über 50 Jahre Boxer bzw. Trainer und baute in der SG03 Ludwigslust/Grabow die Abteilung Boxen auf. In seiner Trainingsgruppe war, unbeeindruckt von Protesten einiger rechtsgesinnter Familien, jedes Kind willkommen, insbesondere auch Flüchtlinge und Zuwanderer aus Osteuropa. Im Sport sah Schäfer immer einen umfassenden Integrationsgedanken. So setzte er sich stets für einen offenen Umgang mit und zwischen Kindern und Jugendlichen aus rechten, sozial schwachen oder zugewanderten Familien ein.

Netzwerk für Flüchtlinge Parchim:
Die Initiative wurde im August 2015 gegründet und hat inzwischen 110 MitstreiterInnen. Schwerpunkte des Netzwerkes sind die präventive Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und die Flüchtlingssoforthilfe, z. B. Lebensmittelversorgung und Kleiderkammer. Daneben leistet das Netzwerk Hilfe bei täglichen Behördengängen, dem Ausfüllen von Anträgen, der Familienzusammenführung, der Einrichtung der Wohnung oder der Aufarbeitung von Traumata. Das Netzwerk bietet aber auch Deutsch- und Sportkurse sowie Musikalisches an. Mit diversen Aktionen und Kampagnen wirbt das Netzwerk öffentlichkeitswirksam für Integration und ein antirassistisches Klima in Parchim und Umgebung.

  • Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung
  • E-Mail
  • Telefon: 0385 588 9000
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