Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
09. August 2004

Volker Schlotmann, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern: Unverantwortliche Diskussion über Kippen der Rechtschreibreform zum Schulstart

Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Volker Schlotmann, hat die Diskussion um die Rückkehr zur alten Rechtschreibung als unverantwortlich gegenüber Lehrern und Schülern bezeichnet. Gerade zum beginnenden Schulstart in vielen Bundesländern habe der Vorstoß von Verlagen und Politikern für große Verunsicherung gesorgt. „Eine Verunsicherung“, so Schlotmann, „die besonders deshalb schädlich ist, weil die Kinder mit den neuen Regeln nach Aussagen viele Grundschullehrer gut zurechtkommen, es also keine Belege dafür gibt, dass die Reform total gescheitert ist.“
Schlotmann sieht sich in seiner Meinung eins mit der „Frankfurter Rundschau“, die die jüngste Kampagne großer Verlage als „Altherren-Komplott“ geißelte. Es sei schon traurig, wie Millionen junger Leute jetzt die Trägheit einiger konservativer Meinungsführer ausbaden müssten. Dass sich einige konservative Wahlkämpfer ebenfalls des Themas bemächtigten, zeuge nur von deren billigem Populismus – blind für die Konsequenzen auf nationaler und internationaler Ebene. „Es wäre eine Riesenblamage, wenn ausgerechnet das größte der drei deutschsprachigen Länder aus dem Reformverbund ausscheiden würde und somit das Signal von Reformunfähigkeit setzen würde. Fremdsprachenschüler in aller Welt müssten in Zukunft entscheiden, welches Deutsch sie lernen wollten – ein peinlicher Vorgang in Zeiten der Globalisierung!“, so Schlotmann.
Schlotmann spricht sich deshalb ganz klar für die Beibehaltung der Reform aus, und dies nicht vordergründig aus wirtschaftlichen Gründen, auch wenn dies für Schulen und Verlage sicher auch eine beträchtliche Größenordnung darstelle. Er hoffe, dass andere, ebenfalls namhafte Verlage dem Druck der Großen standhielten. Dabei räumte der Fraktionsvorsitzende durchaus ein, dass auch eine Reform noch einmal auf Ungereimtheiten geprüft werden könne. Dies sei aber ohnehin ein stetiger Prozess, den es auch vor der Reform bereits gab.