Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
03. November 2020

Auch in Zeiten von Corona ist das Jagen unverzichtbar

Im Herbst und Winter machen Jäger*innen einen Großteil ihrer Jahresstrecke. Traditionell beginnt heute – am St. Hubertustag – die Zeit der Gesellschaftsjagden. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten für diese neue Hygiene- und Abstandsregelungen. Dazu erklärt Elisabeth Aßmann, jagd- und forstpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: 

„Die Landesregierung hat nun per Erlass klargestellt, dass Drückjagden auch weiterhin – wenn auch mit Einschränkungen – möglich sind. Das ist mit Blick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die generell hohen Schalenwild-Bestände in Mecklenburg-Vorpommern unbedingt erforderlich. Die mehr als 10.000 Jäger*innen in MV müssen die nächsten Monate für die intensive Jagd auf Schwarzwild und anderes Schalenwild nutzen können und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz in unseren Fluren und Wäldern. Im November und Dezember erfüllen die Jäger*innen bis zu 60 Prozent ihrer staatlich festgelegten Abschusspläne. Diesen Anteil können sie nicht anderweitig umsetzen. Das geht nur mit Drückjagden. Effektive Bewegungsjagden im Herbst sind neben der Bekämpfung der ASP auch wegen der teils massiven von Schalenwild verursachten Waldschäden und des notwendigen Umbaus zu klimastabilen Wäldern wichtiger denn je. Würde die Strecke nicht gemacht, hätten wir im nächsten Jahr einen immensen Zuwachs an Schalenwild.

Ich begrüße ausdrücklich, dass es zur Sicherheit unserer Jägerschaft die Einschränkungen wegen Corona gibt und mit dem Erlass eben nicht alles allen erlaubt ist. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen in den nächsten Wochen ausschließlich nur Jäger*innen aus MV oder mit eigenem Revier in MV (auch Eigenjagden) oder hier gelöstem Jahresjagdschein auf die Pirsch gehen. Hierbei sind die vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregelungen streng einzuhalten. Empfohlen ist ganz klar, dass nur Menschen in einem Auto zum Ansitz fahren, die zum gleichen Hausstand gehören. Weiterhin müssen Namenslisten von allen Beteiligten geführt und ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, falls der Mindestabstand von anderthalb Metern kurzzeitig nicht eingehalten werden kann (zum Beispiel beim Verladen größerer Stücke).

Für mich als Jungjägerin ist es bedauerlich, dass dieses Jahr ein gutes Stück des jagdlichen Brauchtums bei den Drückjagden fehlen wird. Das Schüsseltreiben muss ebenso unterbleiben wie das Legen und Verblasen der Strecke. Das ist bedauerlich, aber absolut richtig, um gemeinsam gesund durch die Drückjagdsaison und zu guten Strecken zu kommen. Darum wünsche ich allen Jägerinnen und Jägern ein kräftiges Waidmannsheil und hoffe, dass sich alle an die wichtigen Hygiene- und Anstandsregeln halten.“
Themen: #Jagd #Forst
  • Vorsitzende des Agrarausschusses
  • Sprecherin für Agrar-, Tierschutz-, Jagd- und Forstpolitik
  • Finanzausschuss, Agrarausschuss