Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
23. April 2015

Doping in Ost und West bereits umfassend und öffentlich zugänglich aufgearbeitet

Susann Wippermann: Wichtiger als neue Studie ist Aufklärung aktiver Sportlerinnen und Sportler über Doping sowie praktische Hilfe für Dopingopfer aus Ost und West

Zum Grünen-Antrag "Doping und Zwangsdoping in den drei Nordbezirken der DDR historisch aufarbeiten", der gestern Abend im Landtag sehr emotional beraten wurde, hat die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Susann Wippermann, erklärt:

"In den ersten Jahren nach der Wende war das Thema Doping in der DDR ein heiß diskutiertes Thema. Während dieser Diskussionen wurde bereits durch diverse Studien die zentrale Steuerung des Leistungssports und des Dopings wissenschaftlich belegt. Die Stasiunterlagenbehörde des Bundes hat hierzu ebenfalls geforscht und die Wanderausstellung ‚Kaderschmiede Sport' entwickelt, die kostenlos ausgeliehen werden kann.

Einige ,Experten' scheinen Doping immer noch als alleiniges Problem des DDR-Leistungssports zu sehen. In der öffentlichen Diskussion der vergangenen Jahre wurde Doping im Leistungssport dagegen zunehmend im Kontext des Kalten Krieges betrachtet und diskutiert. Im Jahr 2013 hat das Bundesinstitut für Sportwissenschaften hierzu eine entsprechende Studie herausgebracht, die Doping in Ost und West seit 1950 umfassend betrachtet und aufarbeitet.

Vor diesem Hintergrund kann ich beim besten Willen kein besonderes öffentliches Interesse erkennen, welches eine wissenschaftliche Forschung über das Doping nur in den drei ehemaligen Nordbezirken der DDR notwendig erscheinen lässt und die Ausgabe von mehreren hunderttausend Euro Steuergeldern rechtfertigen würde. Eine weitere Studie hilft den Opfern nicht! Auch nicht eine weitere Wanderausstellung.

Wichtiger als eine weitere Studie wäre die Aufklärung junger Sportlerinnen und Sportler über Doping und deren gefährliche Nebenwirkungen. Wichtig ist in diesen Zusammenhang auch die Bekämpfung des Dopings auf nationaler und internationaler Ebene. Hier sind die Sportverbände und allen voran auch der Deutsche Olympische Sportbund gefragt.

Die SPD-Fraktion hat den eigentlichen Antrag, nämlich aus Mitteln des Bildungsetats eine neue Studie anzufertigen, aus den oben genannten Gründen abgelehnt. Die praktische Hilfe für Dopingopfer der Vergangenheit sowie eine aktive Dopingbekämpfung und Aufklärung befürwortet die SPD-Fraktion aber ausdrücklich. Deshalb hat sie der Überweisung des Antrages in den für Sport zuständigen Innenausschuss zugestimmt und wird sich dort mit ihren Fachpolitikern aktiv an der Diskussion über wirksame Antidopingstrategien beteiligen."

Themen: #Sport
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