Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
23. Januar 2003

Politische Bildung soll nicht erst dann greifen, wenn die jungen Menschen die Schule verlassen, sondern sie soll zukünftig selbstverständlicher Bestandteil von Schule sein.

Vorsorgende soll nachsorgende politische Bildung ablösen
Zum ersten Arbeitsgespräch der Koalitionsfraktionen von SPD und PDS am 22.01.2003 in Schwerin stellte der Sprecher für politische Bildung der SPD-Landtagsfraktion, Mathias Brodkorb, fest:
"Das erste Gespräch verlief in sehr offener und konstruktiver Runde. Alle Partner haben ihre Vorstellungen geäußert, die nun weiter diskutiert werden müssen. Im Kern haben wir uns darauf verständigt, erst dann mit Details an die Öffentlichkeit zu treten, wenn wir uns auf ein Grundkonzept verständigt haben. Das ist aus meiner Sicht vernünftig. Es macht keinen Sinn, mit den Betroffenen und Experten völlig verschiedene Modelle zu diskutieren. Es ist für alle zielführender, anhand eines konkreten und eindeutigen Konzeptes in den gesellschaftlichen Dialog einzutreten."
Einig seien sich die Koalitionsfraktionen allerdings darin gewesen, eine grundsätzliche Umorientierung in der politischen Bildung einzuleiten.
Hierzu Brodkorb: "Unser bisheriges System ist völlig ineffektiv. Politische Bildung ist Erwachsendenbildung, beginnt meist erst mit einem Alter von 16 Jahren. Wir warten also, bis die SchülerInnen aus der Schule sind, um dann anschließend für sie und die übrigen Erwachsenen politische Bildung als Nachsorge anzubieten. Dabei werden höchstens 5-10% der Bevölkerung erreicht. Wir wollen daher weg von dieser nachsorgenden hin zu einer vorsorgenden politischen Bildung. Dies bedeutet einen grundlegenden Paradigmenwechsel. Politische Bildung soll nicht erst dann greifen, wenn die jungen Menschen die Schule verlassen, sondern sie soll zukünftig selbstverständlicher Bestandteil von Schule sein.
Hierbei geht es natürlich um allgemeine politische und nicht um partei-politische Bildung. Dieser Grundgedanke entspricht auch den Festlegungen im Koalitionsvertrag. So erreichen wir im Idealfall 100% der SchülerInnen."
  • Sprecher für Umweltpolitik, Klimapolitik