Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
19. November 2004

Schlüsselrolle des Fernsehens in der Informations- gesellschaft bedeutet besondere Verpflichtung zu Moral und Ethik

Welttag des Fernsehens am 21. November als Tag der Besinnung auf kritisches und anspruchsvolles Programm
Zum Welttag des Fernsehens hat der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Volker Schlotmann, eher kritische Töne anklingen lassen. Das Fernsehen als stärkstes Kommunikationsmedium der Welt habe die Welt zwar mit seiner Entstehung nachhaltig und durchaus positiv verändert, nehme die damit einhergehende Verantwortung aber nicht immer ernst genug. Diese Tendenz habe insbesondere seit der Einführung des Privatfernsehens zugenommen. Aber auch öffentlich-rechtliche Anstalten dürften auf der Jagd nach der Quote nicht ihre Wurzeln vergessen. Dies sei angesichts der Dauer-Diskussion um steigende Rundfunk-Gebühren für die Zuschauer besonders wichtig!
Schlotmann bemängelt insbesondere die Abkehr vom anspruchsvollen und kritischen Journalismus hin zu populistischen Formaten ohne Tiefgang und Niveau unter dem fadenscheinigen Vorwand Publikumswünsche zu befriedigen. „Fernsehen – und hier schließe ich auch das privat finanzierte Fernsehen nicht aus - hat gerade wegen seiner Schlüsselrolle in der Informationsgesellschaft einen besonderen Wert auf Moral und Ethik zu legen! Wer ausschließlich billigen Voyeurismus bedient und dabei bewusst die Menschenwürde antastet, hat in der Fernsehlandschaft einer demokratisch verfassten Gesellschaft nichts zu suchen!“
Dennoch darf man Fernsehen nach Auffassung des SPD-Fraktionsvorsitzenden nicht a priori verurteilen. So habe es keinen unwesentlichen Anteil an den maßgeblichen gesellschaftlichen Umbrüchen zum Ende des vergangenen Jahrhunderts – so auch dem Fall der Mauer – der über das Medium Fernsehen verkündet wurde. Zudem erlaube gutes Fernsehen auch weniger bildungsnahen Schichten die Teilhabe an den neuesten Erkenntnissen in Wissenschaft, Politik, Kultur usw. Die Betonung liege allerdings auf gut. Die Ergebnisse verschiedener Bildungsstudien belegten leider auch, dass undifferenzierter und übermäßiger Fernsehkonsum eher kontraproduktiv wirken könne.Der "Welttag des Fernsehens" am 21. November soll übrigens an das erste Weltfernsehforum (21. – 22.11.1996) der UNO erinnern. Dieses seitdem jährlich veranstaltete Gipfeltreffen bringt TV-Unternehmer und Experten aus aller Welt an einen Tisch, wo sie die Zukunftsperspektiven des Mediums in einer sich immer schneller wandelnden Welt erörtern. Hier wird auch über Kooperationen verhandelt.