Mecklenburg-Vorpommern verfügt über eine beeindruckende Vielfalt an immateriellem Kulturerbe. Mit der gestrigen Unterrichtung hat die Landesregierung über den aktuellen Stand des Konzeptes zur Verbesserung der Sichtbarkeit und Förderung des immateriellen Kulturerbes (IKE) informiert. Eine Aussprache zur Unterrichtung erfolgte nicht.
„Die große Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in MV bekommt durch die neue Landesliste mehr Aufmerksamkeit. Diese Traditionen werden von freiwillig Engagagierten getragen. Sie pflegen Bräuche, Wissen und Fertigkeiten, übergeben sie mündlich an die nächste Generation und entwickeln sie stetig weiter. Zu ihrer Unterstützung umfasst das neue Konzept ein großes Bündel an notwendigen Maßnahmen durch die Landesregierung, erklärt die Sprecherin für Heimatpflege der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Anna Konstanze Schröder.
Auf Initiative der SPD-Fraktion hatte der Landtag die Landesregierung im vergangenen Jahr beauftragt, eine Landesliste für immaterielles Kulturerbe vorzulegen. Sie bezieht sich unter anderem auf Handwerkstechniken wie Reetdachdecken, Bräuche wie das Malchower Volksfest oder Wissen und Fertigkeiten wie das Sagenerzählen. Die Landesliste ist Ausgangspunkt, um die Ausdrucksformen des Immateriellen Kulturerbes ressortübergreifend sichtbarer zu machen, im Land aufzufinden, zu dokumentieren, zu erforschen und zu sichern, zu schützen, neu zu beleben, zu fördern und aufzuwerten sowie weiter zu geben, insbesondere durch schulische und außerschulische Bildung. Sie wird nun im Anschluss an die Sitzung des Landtages von der Landesregierung veröffentlicht. Damit setzt das Land die Forderungen des UNESCO-Kommission zum Immateriellen Kulturerbe um.
„Es ist ein großer Erfolg, dass die Landesliste als Teil eines umfassenden Konzepts nun zügig an den Start gehen soll. Damit nimmt Mecklenburg-Vorpommern eine Vorreiterrolle ein. Nun sorgt das Land dafür, dass das Immaterielle Kulturerbe angemessener als wesentlicher Teil der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Landschaft im Land wahrgenommen wird. Insbesondere werden jetzt die vielfältigen ehrenamtlichen Initiativen besser fachlich professionell und strategisch vernetzt unterstützt.“
Neben der Landesliste sieht das Konzept unter anderem Maßnahmen für mehr Öffentlichkeitsarbeit, Forschung, Bildung und eine langfristige Förderung vor. Damit sollen Ausdrucksformen des immateriellen Kulturerbes nicht nur dokumentiert, sondern auch für kommende Generationen bewahrt und weiterentwickelt werden.
