Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
13. Oktober 2004

SPD-Landtagsantrag zur Hochschuleffizienz

Entwicklung zukunftsfähiger Hochschulstrukturen durch fundierte Studie befördern - Nur eine effiziente Hochschulstruktur kann absichern, dass hohe Investitionen in Bildung auch in Qualität der Ausbildung niederschlagen
Für den hochschulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Mathias Brodkorb, steht fest: „Mecklenburg-Vorpommern befindet sich auf dem Weg in die Wissensgesellschaft. Hierfür muss die Anzahl junger Menschen mit akademischer Ausbildung deutlich erhöht werden. Wir wollen daher die Studierquote erhöhen, die Abbrecherquote senken und das Studium qualitativ verbessern.“ Laut Brodkorb lässt sich das nur mit einem effizienteren Mitteleinsatz erreichen. Inhalt des heute im Landtag debattierten Antrages von SPD und PDS ist deshalb der Auftrag an die Landesregierung, eine Studie zur Effizienzsteigerung bei der Ausbildung an den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns unter Einschluss der Hochschulmedizin erstellen zu lassen. Die Studie soll bis spätestens zum 30. März 2005 vorgelegt werden. Kernpunkte der Studie sollen sein: quantitativ und qualitativ vergleichende Analysen zur derzeitigen Effizienzsituation, differenzierte Ermittlung der Ursachen und ein Maßnahmenkatalog zur Effizienzsteigerung des Studienverlaufs. Brodkorb: „Dazu sollen u. a. folgende Kennziffern bewertet werden: Quote der Studienabbrecher, Quote der Studienfachwechsler, durchschnittliche Länge der Studienzeit, Quote der Langzeitstudierenden, Erfolgsquote, Geschwindigkeit des Fachwechsels, Kosten je Studierende/Studierenden und Kosten je Absolventin/Absolventen.“Die Studie soll auch Vorschläge für einen passgenaueren Übergang zwischen dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung und der Aufnahme eines Hochschulstudiums unterbreiten. Mit Blick auf die möglichen Konsequenzen so einer Untersuchung sagte Brodkorb: „Ich erhoffe mir von der Studie nicht nur Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Effizienz- und Qualitätssteigerung an den Hochschulen, sondern auch wertvolle Hinweise für eine zukunftsfähige Hochschulreform.“ Daten und FaktenIm Jahr 2002 brachen an deutschen Universitäten 40% aller Studierenden ihr Studium ab oder wechselten das Studienfach. In den Sprach- und Kulturwissenschaften sogar über 70%. An Deutschlands Fachhochschulen betrug die Schwundquote immerhin noch 24% (HIS GmbH Hannover). In Deutschland haben wir mit 6 Jahren eine überdurchschnittlich hohe Verweildauer an den Hochschulen im internationalen Vergleich (laut OECD). Dies führt in Deutschland zu überdurchschnittlichen Absolventenkosten in Höhe von 73.488 US-Dollar, während im OECD-Ländermittel nur Absolventenkosten in Höhe von 42.906 US-Dollar anfallen. Siehe auch: Diskussionspapier M. Brodkorb „Die Zukunft der Hochschullandschaft von M-V bis zum Jahr 2020“
  • Sprecher für Umweltpolitik, Klimapolitik