Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. November 2004

SPD-Landtagsfraktion will angemessene Versorgung von Krebspatienten erreichen/ Patienten sollen vor allem zu Hause betreut werden

Palliative-Care-Teams angeregt
Die SPD-Landtagsfraktion hat heute einen Antrag zur „Weiterentwicklung der Palliativmedizin in Mecklenburg-Vorpommern“ in den Landtag eingebracht. Dabei geht es um die angemessene medizinische Versorgung von Patienten mit fortgeschrittenen und zunehmend verschlimmerten Erkrankungen (z. B. Krebs), die eine begrenzte Lebenserwartung haben. Die Behandlung konzentriert sich dabei besonders auf die Lebensqualität der Patienten.“Bei unserem Antrag geht es um die Versorgung der Bevölkerung im Bereich der Palliativmedizin im stationären wie im ambulanten Sektor. Wir wollen, dass die Patienten vor allem zu Hause betreut werden können. Dabei kommt so genannten Palliativ-Care-Teams eine wichtige Rolle zu. Sie kümmern sich um die beste Lebensqualität für die Patienten und ihre Familien“, sagte der Sprecher für Gesundheitspolitik der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Norbert Nieszery.
„In unserem Antrag regen wir an, Brückenärzte und Brückenpflegekräfte in hauptamtlichen Palliative-Care-Teams einzurichten. Diese sollen als Bindeglied zwischen stationärer und ambulanter Versorgung fungieren. Wir plädieren außerdem dafür, bei jedem Tumorzentrum eine Palliativstation einzurichten, damit Synergieeffekte zwischen der ambulanten und stationären Versorgung zugunsten der Patienten und der Kostenträger ausgeschöpft werden können“, betonte Nieszery.
Von 1996 bis Mitte 2001 lief bereits ein Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums in Ostvorpommern, Nordvorpommern, auf der Insel Rügen und in den Städten Greifswald und Stralsund sowie Demmin. Dabei zeigte sich für Dr. Nieszery: „Große Probleme bestehen bei der Finanzierung der Palliative-Care-Teams. Die Krankenkassen sind nun gefordert, sich auf regionaler Ebene mit den Anbietern an einen Tisch zu setzen und entsprechende Modelle zu erarbeiten.“