Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
25. November 2005

Umdenken in den Köpfen notwendig, um Kinderarmut zu bekämpfen

Kindertagesförderungsgesetz und längeres gemeinsames Lernen stellen Weichen in die richtige Richtung
Angelika Voland, Sprecherin für Kinder- und Jugendpolitik der SPD-Landtagsfraktion anlässlich der Kritik an der Koalitionspolitik zur Kinderarmut:
„Die Statistiken zur Kinderarmut sind seit Jahren bekannt. Es hilft den Kindern aber nicht weiter, nur über Statistiken zu reden, sondern hier ist parteiübergreifendes Handeln gefragt.“
Eine nachhaltige Verbesserung der sozialen Lage von Kindern könne nur erreicht werden, wenn konsequent an der kindlichen Lebenslage angesetzt werde. Erste Schritte seien bei der Gesundheitsprävention und durch das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG) mit seinem neuen Bildungsansatz erreicht worden.
Angelika Voland: „Im September wurde auf Antrag der SPD eine Anhörung zur Evaluation des KiföG durchgeführt, da es durchaus Dinge gibt, die neu überdacht und überarbeitet werden müssen. Weiterhin wurde mit dem Schulgesetz das längere gemeinsame Lernen eingeführt, wodurch alle Kinder gleiche Chancen auf Bildung erhalten.“ Für Voland ist es auch sinnvoll, Familienhilfe von der Geburt des Kindes an anzubieten und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Voland: „Diesen Weg müssen wir weitergehen. Wir brauchen mehr Qualität in Schulen und Kindertageseinrichtungen und müssen die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Erziehern und Lehrern verbessern.“
Kleine aber wichtige Ansätze seien z. B., dass Kinder kostenfrei Bücher ausleihen könnten, um ihre Lesekompetenz zu verbessern. Voland schlägt außerdem vor, dass Kinder in der Schule zusätzlich von Sozialpädagogen betreut werden, um den Übergang zwischen Kindertagesstätte und Schule zu erleichtern. „Dadurch könnte man auch für Kinder mit Lernbehinderungen oder mit Migrationshintergrund die Integration in der Schule erleichtern“, so Voland.
Unabdingbar für ein kinderfreundliches Land sei, dass sich die Einstellung der Gesellschaft zu Kindern wandelt. Es sei also ein Umdenken in den Köpfen notwendig, um Kinderarmut zu bekämpfen.
Voland: „Der vom Sozialministerium zu erarbeitende Armuts- und Reichtumsbericht könnte ein geeignetes Instrument sein, um die bisherige Sozial-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik des Landes zu bewerten und Vorschläge für eine neue Ausrichtung in den besagten Politikfeldern zu formulieren.“
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