Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
13. Juli 2015

Aquakultur ist zukunftsweisende Technologie und bietet Chancen für Unternehmen im Land

Thomas Krüger: SPD-Fachpolitiker informierten sich über Vielfalt der Landwirtschaft in MV

Auf umfangreiche Exkursion quer durchs Land ging es in den vergangenen Tagen für die Mitglieder des Arbeitskreises Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz der SPD-Landtagsfraktion. So besuchten die Abgeordneten zwei Aquakulturanlagen, eine Forschungseinrichtung und zwei landwirtschaftliche Biobetriebe. Zum Abschluss der Tour erklärte der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Krüger:

„Wir haben uns vor allem über die zukunftsweisenden Technologien der Aquakultur informiert. Denn die kontrollierte Aufzucht von Fischen oder Meerestieren gewinnt besonders wegen der Überfischung in den Meeren zunehmend auch für Unternehmen in MV an Bedeutung.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Zanderaquakultur in Hohen Wangelin. Die dortige Warmwasser-Pilotanlage der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei hat uns durch die Nutzung von Synergien tief beeindruckt. So wird in Hohen Wangelin mit Wärme aus einer Biogasanlage und modernsten Abwassertechnologien beispielhaft demonstriert, wie mit Hilfe der Aquakultur dem wachsenden Bedarf an Fisch Rechnung getragen werden kann und regionale Wertschöpfungsketten entstehen. Sehr positiv ist, dass im Zentrum der angewandten Forschung dabei das Tierwohl und die Umweltverträglichkeit stehen. Am Ende einer Kreislaufnutzung des eingesetzten Wassers ist das Abwasser sauberer als das Gewässer in das dieses eingeleitet wird. Zudem wird bei dieser Technologie gänzlich auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet.

Von der Einhaltung hoher Umweltstandards konnten wir uns auch in der Garnelenfarm Grevesmühlen GmbH & Co. KG überzeugen. Dort wird das Abwasser mechanisch und durch Biofilter gereinigt und durch Denitrifikation von Stickstoffverbindungen befreit. Der Einsatz von Antibiotika ist auch in dieser Anlage ausgeschlossen.

Im Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Malchow auf der Insel Poel erhielten wir darüber hinaus interessante Einblicke in die Forschung mit Öl- und Futterpflanzen. Dabei geht es u.a. um Versuche, die die Stressresistenz von Futterpflanzen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels erhöhen sollen. Die Genbank des Instituts verfügt über pflanzengenetische Ressourcen aus über 3.200 botanischen Arten. Mehr als 30.000 Saatgutproben werden pro Jahr in alle Welt versandt.

Die Infotour rundeten Besuche bei der Landhöfe Kargow-Waren GmbH, und der Mosterei/ Imkerei Ahrensboek ab. Dabei zeigt der Mutterkuhbetrieb im Nationalpark Müritz, ein Betrieb des Biopark-Vereins, wie gut geführte Biobetriebe bei Einhaltung höchster Qualitätsstandards wirtschaftlich erfolgreich sein können. In herrlicher Landschaft konnten wir uns auch vom Wohlergehen der Herden überzeugen.

Besonderes Merkmal der Mosterei und Imkerei Ahrensboek ist vor allem die Demeter-Imkerei. Sie richtet sich an den Bedürfnissen und der Gesundheit der Bienen aus und nicht an der Maximierung des Honigertrages. Die „wesensgemäße Bienenpflege“ erlaubt den Bienen, sich über den natürlichen Schwarmtrieb zu vermehren. Bienenköniginnen wachsen im Volk auf und werden nicht künstlich gezüchtet.

Als Fazit bleibt für unseren Arbeitskreis festzuhalten, dass es immer wieder faszinierend ist, welche Vielfalt die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu bieten hat.“

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