Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
04. Juni 2014

Auswahljury nominiert drei Kandidaten für den Johannes-Stelling-Preis 2014

Dr. Norbert Nieszery: Vielzahl von guten Vorschlägen aus dem gesamten Land

Am 18. Juni verleiht die SPD-Landtagsfraktion zum nunmehr neunten Mal den Johannes-Stelling-Preis für engagiertes Eintreten gegen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Eine Jury, bestehend aus dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Norbert Nieszery, dem Rechtsextremismus-Experten der SPD-Landtagsfraktion, Julian Barlen sowie Brigitte Paetow vom Landesseniorenbeirat und Andreas Beck vom Landesjugendring, hat dafür drei geeignete Kandidaten nominiert.

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Norbert Nieszery: „Die Jury konnte aus einer Vielzahl von sehr guten Vorschlägen auswählen. Das verdeutlicht eindrucksvoll, das es überall in unserem Land Einzelpersonen, Vereine oder Institutionen gibt, die sich für Demokratie, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben einsetzen. Insgesamt sind 16 verschiedene Vorschläge eingereicht worden. Dabei ist der Jury die Auswahl der drei Nominierten sehr schwer gefallen. Viele hätten es verdient, mit dem Preis gewürdigt zu werden."

Wer von den drei Nominierten den Johannes-Stelling-Preis erhält, wird im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 18. Juni um 18.00 Uhr im Schweriner Schloss bekannt gegeben.

Folgende drei Vorschläge wurden von der Jury ausgewählt:

Europaschule Rövershagen: Arbeitsgemeinschaft Kriegsgräber für das Projekt „Und fragt uns nicht, wieso? Die letzten Zeugen der Shoah"
Die Mitglieder der Projektgruppe (Schüler und Lehrer der Europaschule Rövershagen) beschäftigen sich seit mehreren Jahren mit den Lebenswegen von Holocaustüberlebenden. Durch die Erforschung einzelner Biografien werden die Schicksale unmittelbar spür- und sichtbar. Höhepunkt war Ende November 2013 die Organisation und Durchführung einer Vortragsreise mit vier Zeitzeugen der Shoah aus Israel durch Mecklenburg-Vorpommern. Die Holocaust-Überlebenden Batsheva Dagan, Michael Goldmann-Gilead, Jacov Tsur und Noah Klieger berichteten auf vier eindrucksvollen Veranstaltungen in Rövershagen, Gelbensande, der Universität Rostock und im Schweriner Landtag über ihre Lebensgeschichte und diskutierten vor allem mit jungen Menschen über Diktatur und Demokratie. Die Projektbetreuung erfolgte durch Dagmar Bannenberg sowie Petra und Holger Klawitter.

Moderatoren- und Organisationsteam der Stadt Neustrelitz für das Projekt „Kriegskinder – Lebenswege bis heute"
„Kriegskinder – Lebenswege bis heute" des Anne-Frank-Zentrums Berlin fand von September 2011 bis Dezember 2013 in Neustrelitz, Saalfeld und Schwedt statt. Mit dem Projekt wurde das Ziel verfolgt, durch einen Dialog der Generationen persönliche Einblicke in die Zeitgeschichte zu erhalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und den Zusammenhalt vor Ort auszubauen.
Dieses Ziel ist in Neustrelitz eindrucksvoll und mit viel ehrenamtlichen Engagement erreicht worden. So trugen mehrere pädagogische, soziale und kulturelle Institutionen und Initiativen das Projekt vor Ort und setzten eine Vielzahl einzelner Aktivitäten um. Dazu gehörten u.a. Zeitzeugeninterviews, Stadtführungen oder Erzählcafés, um die Menschen über ihre Erlebnisse und die Geschichte des Ortes ins Gespräch bringen. Dabei entstanden Ausstellungen, Texte, Filme und Theaterstücke, die später auf Geschichtsmeilen präsentiert wurden.
Organisiert und moderiert wurde das Projekt von Thomas Kowarik (Kunsthaus Neustrelitz), Dirk Kollhoff (Kontaktpartner zu den Neustrelitzer Schulen) und dem zuständigen Referenten des Anne-Frank-Zentrums, Timon Perabo.

Jenny Stage
Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl trafen sich an den Montagen im März 2014 engagierte Bürgerinnen und Bürger auf dem Pasewalker Marktplatz, um ihre Stimme gegen Rassismus, Intoleranz und Gewalt zu erheben. Fester Bestandteil der eindrucksvollen Demonstration für ein weltoffenes Pasewalk wurde das gemeinsame Friedenssingen. Dabei entwickelte sich das Singen zu einem internationalen Konzert mit polnischen Gästen aus der Pasewalker Partnerstadt Police. Die Leitung und das Arrangement des Singens übernahm die freiberufliche Sängerin Jenny Stage aus Torgelow, die damit wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungen beigetragen hat.