Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
15. April 2021

Bertelsmann entlarvt sich durch Callcenter-Schließung in MV als unsozial

Der Landtag debattierte heute nochmals über die Schließung von drei Standorten des Callcenter-Anbieters Majorel in Stralsund, Neubrandenburg und Schwerin. Der Konzern hat das Aus für mehr als 1000 Beschäftigte zum Jahresende 2021 angekündigt. Dazu erklärt Jochen Schulte, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: 

„Mehr als 1000 Arbeitsplätze stehen durch die Schließung der drei Majorel-Callcenter-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern auf der Kippe. Für mehr als 1000 Familien bringt der Jobverlust eine unsichere Zukunft. Betroffen sind vor allem Frauen und Menschen mit Behinderung. Damit trifft es Menschen, die es oft grundsätzlich schwerer haben auf dem Arbeitsmarkt. Darum ist es ein absolutes Unding, dass der Callcenter-Anbieter Majorel die drei Standorte im wahrsten Sinne des Wortes einstampfen wird und scheinbar keiner der Entscheider im Bertelsmann-Konzern so wirklich Notiz davon nehmen will. Auch ein Brief der Bundeskanzlerin auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern führte in der Gütersloher Konzernzentrale offenkundig nicht zu einem Nach- und Umdenken. Bezeichnenderweise gerade dieser Bertelsmann-Konzern, zu dem die Majorel-Standorte in Ostdeutschland gehören, der regelmäßig und sehr selbstbewusst durch Veröffentlichungen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nimmt. Komischerweise gilt offenbar diese moralische Pflicht nicht für Bertelsmann selbst, wenn es um die eigene Verantwortung als Arbeitgeber geht. Da die Majorel-Gruppe und damit auch Bertelsmann scheinbar zu keinerlei weiteren Verhandlungen bereit sind, gehen sie auch im eigenen unternehmerischen Handeln nicht mit dem besten Beispiel für eine gerechtere Gesellschaft und für die Gleichwertigkeit von Lebensbedingungen in ganz Deutschland voran. Das ist vielmehr das komplette Gegenteil und zumindest moralisch fragwürdig.

Die Schließungen sind jedenfalls für uns und die Menschen in Ostdeutschland ein katastrophales Signal. Als SPD-Fraktion werden weiterhin alles denkbar Mögliche unternehmen, um möglichst sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten der drei Majorel-Standorte zu finden. Weder wir, noch die Landesregierung schauen den drohenden Entlassungen tatenlos zu. Vielmehr ist jedes Angebot von den Konzernleitungen bisher abgelehnt oder nicht weiter verfolgt worden.“
Kontakt
  • Parlamentarischer Geschäftsführer
  • Sprecher für Verkehrs- und Wirtschaftspolitik
  • Wirtschaftsausschuss, Energieausschuss, Parlamentarischer Untersuchungsausschuss