Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
07. Mai 2014

FC Hansa Rostock muss seine Probleme endlich konsequent anpacken

Dr. Norbert Nieszery: Schuldenschnitt ist letzte Chance für den Verein und finanzpolitisch sinnvoll für das Land

Zur heutigen Entscheidung des Bürgschaftsausschusses der Landes, dem FC Hansa Rostock die 2005 bzw. 2010 gewährte Landesbürgschaften vorfristig auszuzahlen und damit den Weg für den geplanten Schuldenschnitt frei zu machen, erklärt der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Norbert Nieszery:

„Der Schuldenschnitt ist sowohl für das Land als auch für den FC Hansa der richtige Schritt. Der Verein erhält damit die letzte Chance, nicht nur seine Finanzen, sondern auch seine vielfältigen Probleme im Umfeld in den Griff zu bekommen.

Die vorfristige Inanspruchnahme der Bürgschaften bringt aber auch Vorteile für das Land. Diese Lösung ist bis zu 700.000 Euro billiger als eine Insolvenz von Hansa Rostock, die ohne einen Schuldenschnitt drohen würde. Denn bei einer Insolvenz müsste das Land für rund 3,2 Millionen Euro bürgen. Mit der Soforthilfe ist das Land zudem aus der finanziellen Verantwortung für den FC Hansa Rostock heraus. Meine Fraktion ist auch nicht mehr bereit, in der Zukunft Bürgschaften jedweder Art für den FC Hansa zu übernehmen.

Unabdingbar für eine bessere zukünftige Entwicklung des Vereins ist für mich vor allem das energische und konsequente Anpacken der ausufernden Gewaltproblematik. Ich habe den Eindruck, dass die katastrophalen Vorfälle im letzten Heimspiel und die massive Kritik jetzt endlich bei der Vereinsführung, aber auch in Teilen der Fans Wirkung zeigen. Ich respektiere das am vergangenen Freitag vorgelegte Maßnahmenprogramm. Es ist der erkennbare Versuch, aktiv gegenzusteuern und muss Maßstab für das künftige Handeln des Vereins sein.

Ein wichtiger erster Schritt zur Zurückerlangung der Glaubwürdigkeit ist die konsequente Unterstützung der strafrechtlichen Verfolgung der Gewalttäter vom Samstag in Schwerin. Dabei dürfen die 35 Personen, deren Identität festgestellt wurde, die nächsten Jahre den FC Hansa nicht mehr begleiten und bundesweit kein Stadion mehr von innen sehen."