Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
30. November 2015

In Greifswald wird Weltspitzenforschung betrieben

Susann Wippermann: An Wendelstein 7-X sind auch Firmen aus unserem Land beteiligt

Das Kernfusionsprojekt Wendelstein 7-X ist betriebsbereit und kann nach erfolgreicher Genehmigung durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales in wenigen Wochen an den Start gehen. Hierzu erklärt die hochschul- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Wippermann:

„Die sorgfältige Planung durch das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) und die enge Begleitung durch das Land haben zu diesem tollen Erfolg geführt. In Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern wird Weltspitzenforschung betrieben, die helfen kann, den weltweiten Energiebedarf abseits von Kohle, Öl und Gas zu decken. Dabei ist die Kernfusion keine Konkurrenz zu den Erneuerbaren Energien, sondern eine Ergänzung. Wendelstein 7-X erkundet eine neue, bislang nicht genutzte Form der Energiegewinnung, die Verschmelzung von Atomkernen ähnlich den Prozessen auf der Sonne. Diese Kernfusion könnte auch eine Alternative für die Länder sein, die bisher auf einen Ausbau der Kernenergie zur Vermeidung von CO2 setzen.

Schon vor Inbetriebnahme ist Wendelstein 7-X zu einem Magneten für Wissenschaftler/innen aus aller Welt und Zugpferd für den Universitätsstandort Mecklenburg-Vorpommern geworden. So ist die gebürtige Rostockerin Prof. Dr. Sybille Günter wissenschaftliche Direktorin des IPP Garching/Greifswald. Auch die beiden Universitäten profitieren enorm. Zudem wird das Angebot von Universitätspraktika in einer der weltweit modernsten Fusionsforschungseinrichtungen enorm beim Werben um die besten Studentinnen und Studenten helfen.

Die Spitzenforschung bringt aber auch die Industrie in unserem Land voran. Seit Beginn des Aufbaus im Jahre 2005 kam es zur Entwicklung vieler neuer Herstellungsverfahren mit Beteiligung von Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern. So entwickelte etwa die Firma Dockweiler aus Neustadt-Glewe zusammen mit dem IPP Greifswald ein neues Verfahren zur Herstellung von dreidimensionalen Rohrleitungen im Hochvakuumbereich.

Es ist richtig, dass das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales die Antragsunterlagen des IPP in enger Abstimmung mit dem TÜV Rheinland intensiv geprüft hat. Bei diesem wichtigen Thema musste Qualität vor Schnelligkeit bei der Erteilung der Betriebsgenehmigung gehen. Jetzt kann in wenigen Wochen mit den hochspannenden Versuchsreihen begonnen werden. “

  • stellv. Fraktionsvorsitzende
  • Sprecherin für Tourismuspolitik, Politische Bildung
  • Finanzausschuss; NSU-Untersuchungsausschuss