Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
06. April 2022

Jede Stunde, die die Kinder gemeinsam in der Schule verbringen, ist ein Gewinn

Zur aktuellen Situation der geflüchteten ukrainischen Schülerinnen und Schüler in MV erklärt Andreas Butzki, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: 

„Ohne das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land und die vielen Initiativen vor Ort wäre Mecklenburg-Vorpommern aktuell nicht so gut aufgestellt in der Betreuung der ukrainischen Schülerinnen und Schüler, die uns geflüchtet sind. Die Schulen stellen sich der Herausforderung, während die Pandemie noch überall präsent ist, dafür gebührt ihnen großer Dank. Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern 94 Standortschulen, die den Ankommenden dauerhaft Deutsch als Zweitsprache vermitteln können. Wenn mehr ukrainische Schülerinnen und Schüler nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, kann sogar jede zweite Schule in MV dieses Angebot machen.

Mecklenburg-Vorpommern steht an der Seite der Menschen in der Ukraine und stellt 322 Millionen Euro für Hilfen für Flüchtlinge, humanitäre Hilfe und Integration in diesem und nächsten Jahr zur Verfügung und übernimmt dabei als eines von nur drei Bundesländern diese Kosten für die kommunale Ebene vollständig.

Zur Betreuung und Bildung der Kinder stellt MV in diesem Jahr zusätzlich 18 Millionen Euro und im nächsten Jahr 25 Millionen Euro zur Verfügung. Dadurch ist auch sichergestellt, dass alle ukrainische Schülerinnen und Schüler über die Materialien und Hilfsmittel verfügen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Aktuell sind rund 1000 von ihnen an Schulen in öffentliche Trägerschaft angemeldet.

Die Kinder werden bei Erscheinen an der Schule ab dem ersten Tag unterrichtet - auch schon vor einer Registrierung bei der zuständigen Ausländerbehörde.

Denn jede Stunde, die die Kinder gemeinsam in der Schule verbringen, ist ein Gewinn. Wir sind gegen eine Isolierung der ukrainischen Schülerinnen und Schüler und wollen ihnen stattdessen ein Stück Alltag zurückgeben. Außerdem wollen wir auch nicht riskieren, dass sich geflüchtete Kinder aus anderen Ländern als ›Geflüchtete zweiter Klasse‹ fühlen.

Die Koalition steht für eine Integration in das gesellschaftliche Leben und wir wollen die jungen schutzbedürftigen Menschen nicht aus unserer Gesellschaft ausschließen. Wir sind gut beraten, wenn wir keine Extraklassen einrichten und die Kinder und Jugendlichen gemeinsam unterrichten.

Eine Ausnahme stellen die abschlussreifen Schülerinnen und Schüler dar. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, durch die Nutzung der ukrainischen Lern-Plattform ihren Abschluss gemäß des ukrainischen Bildungssystems machen zu können. Mecklenburg-Vorpommern ist in der Taskforce Ukraine, wo genau diese Frage zu den geflüchteten Jugendlichen, die kurz vor dem Schulabschluss stünden, beraten wird."

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