Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
30. November 2016

Traditionsschifffahrt als maritimes Kulturgut sichern

Jochen Schulte: Koalition unterstützt ehrenamtliche Betreiber von Traditionsschiffen

Der Entwurf einer Sicherheitsrichtlinie des Bundesverkehrsministeriums beunruhigt die Betreiber von Traditionsschiffen. Danach soll ab 2017 die bauliche Beschaffenheit, der Brandschutz, die Ausrüstung sowie die Qualifikation der Crew neu geregelt werden. Vor diesem Hintergrund wird die Koalition auf Initiative der SPD-Fraktion in der kommenden Landtagssitzung einen Antrag einbringen. Hierzu erklärt der wirtschafts- und verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte:

„Die drohende Verschärfung der Sicherheitsrichtlinie ist eine große Gefahr für die meisten Traditionsschiffe. Wir wehren uns gegen bürokratische Hürden, nicht zu erfüllende Sicherheitsauflagen und den verursachten Zeitdruck. Wenn es keine Änderungen gibt, finden Großereignisse wie die Hanse Sail zukünftig ohne Traditionsschiffe statt und verschwindet ein Teil unseres maritimen kulturellen Erbes aus unseren Häfen. Das kann keiner wollen.

Betreut und instand gehalten werden die Traditionsschiffe von vielen ehrenamtlich Engagierten. Eine Vielzahl der Maßnahmen ist von ihnen weder personell noch finanziell zu erbringen. Aber auch manche vorgesehenen baulichen Veränderungen sind praxisfremd. So macht die Verordnung keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Schiffen. Die Richtlinie schreibt beispielsweise vor, dass eine Holztreppe mit Stahl unterfüttert werden muss.

Grundsätzlich bestreitet niemand, dass es eine neue Verordnung auch für die Traditionsschiffe geben muss. Viele Regelungen sind sinnvoll, zum Beispiel die Forderung nach einem Nachweis, dass sich ein Schiff aus einer Schieflage wieder selbstständig aufrichten kann. Und wer etwa professionell Angeltouren anbieten will, muss ein ordentliches Schiffspatent vorweisen. Hier müssen dringend Gesetzeslücken geschlossen werden. Mit unserem Antrag fordern wir allerdings zu mehr Augenmaß auf. Gemeinsam mit den anderen norddeutschen Bundesländern sollten wir es schaffen, dass die Verordnung zugunsten der ehrenamtlichen Betreiber von Traditionsschiffen geändert wird.“

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