Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
19. Mai 2014

Wendelstein 7-X: Weltspitzenforschung „Made in Mecklenburg-Vorpommern“

Susann Wippermann: Entwicklung bringt auch Industrie in unserem Land voran

Die hochschul- und forschungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Wippermann, beglückwünscht das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik Greifswald (IPP) zum morgigen Beginn der Betriebsvorbereitung des weltweit größten Kernfusionsexperimentes nach dem Stellaratorprinzip.

„Der Start der Betriebsvorbereitung ist ein sehr wichtiger Schritt zur Inbetriebnahme von Wendelstein 7-X im nächsten Jahr. In der Testphase muss nun nachgewiesen werden, dass alle Anlageteile funktionieren und den hohen Sicherheitsstandards entsprechen.

Schon vor Inbetriebnahme ist Wendelstein 7-X zu einem Magneten für Wissenschaftler aus aller Welt und Zugpferd für den Universitätsstandort Mecklenburg-Vorpommern geworden. In Greifswald wird Weltspitzenforschung betrieben. Und das Angebot von Universitätspraktika hilft enorm beim Werben um die besten Studentinnen und Studenten.

Die Spitzenforschung bringt aber auch die Industrie in unserem Land voran. Seit Beginn des Aufbaus im Jahre 2005 kam es zur Entwicklung vieler neuer Herstellungsverfahren mit Beteiligung von Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern. So entwickelte etwa die Firma Dockweiler aus Neustadt-Glewe zusammen mit dem IPP Greifswald ein neues Verfahren zur Herstellung von dreidimensionalen Rohrleitungen im Hochvakuumbereich.

Die Kernfusion ist und wird keine Konkurrenz zu den Erneuerbaren Energien sein, sondern kann eine Ergänzung darstellen. Denn klar ist, dass der weltweite Bedarf an Energie weiter steigen wird und wir vor der globalen Herausforderung stehen, die fossilen Energiequellen wie Kohle, Öl und Erdgas zu ersetzen. Dabei ist es neben der Kernfusionsforschung wichtig, die Energieforschung in M-V auch im Bereich der Erneuerbaren Energien zu stärken, so wie es der Landtag in der vergangenen Woche auf Antrag der Koalitionsfraktionen beschlossen hat."

Hintergrund:
Wendelstein 7-X ist Nachfolger des erfolgreichen Experimentes Wendelstein 7-AS (1988-2002) und soll den Nachweis der Dauerbetriebsfähigkeit eines Kernfusionskraftwerkes nach dem Typ Stellarator erbringen. Damit ergänzt Wendelstein 7-X die Forschung am ITER in Frankreich, der nach dem Typ Tokamak funktioniert. Insgesamt haben Bund, Land und EU seit 2005 370 Millionen Euro in den Bau investiert.

  • stellv. Fraktionsvorsitzende
  • Sprecherin für Tourismuspolitik, Politische Bildung
  • Finanzausschuss; NSU-Untersuchungsausschuss