Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
10. Dezember 2015

Doping in den drei DDR-Nordbezirken wird wissenschaftlich erforscht

Rudolf Borchert: Land stellt 150.000 Euro für Förderung von Promotionen zur Verfügung

Der Innenausschuss des Landtags hat heute eine gemeinsame Entschließung der Fraktionen von SPD, CDU und Die Linke zum Antrag „Doping und Zwangsdoping in den drei Nordbezirken der DDR historisch aufarbeiten“ beschlossen. Hierzu erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rudolf Borchert:

„Der Innenausschuss hat sich u.a. mit einer umfangreichen Anhörung intensiv mit dem erschreckenden Ausmaß des DDR-Staatsdopings vor allem auch mit Blick auf missbrauchte Kinder und Jugendliche beschäftigt.

Das Forschungsfeld ‚Doping in der DDR‘ ist bereits ein breit erforschtes Teilgebiet des DDR-Sports. Diverse Studien haben seit der Wende die zentrale Steuerung des Leistungssports und des Dopings in der DDR wissenschaftlich belegt. Das zentral gesteuerte DDR-Dopingsystem umfasste selbstverständlich auch die drei Nordbezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Um spezielle Erkenntnisse über das Dopingsystem in den drei Nordbezirken der DDR zu gewinnen, haben sich die Koalitionsfraktionen während der Haushaltsberatungen dazu entschlossen, im Doppelhaushalt 2016/17 insgesamt 150.000 Euro für die Förderung von Promotionen zu diesem Themenbereich zur Verfügung zu stellen. Wir begrüßen ausdrücklich, dass auch die Linksfraktion sich diesem Vorschlag angeschlossen hat.

Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen, die Doping-Prävention gerade im Hinblick auf junge Sportler/innen zu verstärken und Aufklärungskampagnen durchzuführen. Hierbei ist der Landessportbund ein wichtiger Akteur.

Mit der Entschließung wollen wir auch ein deutliches Signal an die in der DDR geschädigten ehemaligen Sportler/innen senden. Für die Betroffenen ist Hilfe und Anerkennung des an ihnen verübten Unrechts wichtig. Daher unterstützen wir die Einrichtung eines Opfer-Hilfsfonds auf Bundesebene in Höhe von zehn Millionen Euro und weitere Initiativen. Zudem soll die Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes als Anlaufstelle für betroffene ehemalige Sportler/innen stärker wahrgenommen werden.“