Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
06. November 2020

Licht und Schatten des 9. Novembers müssen uns Erinnerung und Mahnung sein

Der 9. November ist geschichtsträchtig wie kein zweiter Tag für Deutschland: Ende des Kaiserreichs, Gründung der Weimarer Republik, Hitlers Putschversuch, Reichspogromnacht und der Fall der Mauer. Zu den einschneidenden Momenten der deutschen Geschichte erklärt Thomas Krüger, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern: 
„Kein Tag zeichnet die Höhen und Tiefen so markant in unsere Geschichte wie der 9. November. Ich erlebe diesen Tag stets mit extrem gemischten Gefühlen: Natürlich ist er der Tag der Freude über die Grenzöffnung 1989, über die gewonnene Freiheit und Demokratie in unserem Land. Doch er ist eben auch der Tag der tiefen und bestürzenden Trauer um die Opfer der Pogromnacht 1938. Und der 9. November ist noch viel geschichtsträchtiger: Einschneidende Momente ereigneten sich 1848, 1918, 1923, 1938, 1939 und 1989 – immer am 9. November. 1848 scheiterte die Demokratie, 1918 keimte die Hoffnung, dass sie wiederbelebt wird mit der Gründung der Weimarer Republik. 1923 wurde diese Hoffnung stark beschädigt, als Hitler seinen Putschversuch ganz bewusst am Jahrestag der Novemberrevolution inszenierte. Zwar missglückte der Staatsstreich, aber dennoch war ein Grundstein für das dunkelste Kapitel unserer Geschichte gelegt. So steht dieser Tag synonym und wie kein zweiter für Ereignisse, die zum Wendepunkt der Demokratie wurden, die Perspektiven eröffneten oder eben in den Abgrund führten. 

Jedoch wegen all dieser Ereignisse, wegen all des Lichts und des Schattens muss uns dieser Tag immer Mahnung und Erinnerung sein. Er muss uns mahnen und daran erinnern, wie wertvoll und zerbrechlich unsere Demokratie ist. Sie ist eine kostbare Pflanze, die es zu beschützen und zu behüten gilt. Und gerade jetzt, da es auch Menschen gibt, zunehmend enthemmt Gewalt, Hass und Hetze aussäen – leider auch bei uns in Mecklenburg-Vorpommern. Die Saat all dieser Reichsbürger*innen, Covid-Gegner*innen, Rechtsextremisten, Terroristen, Menschen- und Demokratiefeinde darf niemals aufgehen. Sie sind zwar laut, aber nur eine Minderheit. Und sie sind schon gar nicht das Volk. Genau das muss uns der 9. November immer und immer wieder verdeutlichen. Und wir müssen dann auch alle anderen 364 Tage im Jahr für unsere Demokratie und freiheitliche, offene Gesellschaft eintreten.“

Kontakt
  • Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Medienpolitik