Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
06. Juli 2022

Plattdeutsche Ortsnamen nun für alle sichtbar am Ortsschild

Die Gemeinde Breest bei Altentreptow erhält heute als erster Ort in Mecklenburg-Vorpommern das offizielle Zusatzschild mit ihrem plattdeutschen Namen Breist. Möglich ist das durch einen Landtagsbeschluss im März 2021. „Die plattdeutschen Ortsnamen sollen für den Norden die charakteristische plattdeutsche Sprache insgesamt wieder deutlicher sichtbarer machen“, erklärt Anna-Konstanze Schröder, Sprecherin für Heimatpflege der SPD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. 

„In Mäkelborg-Vörpommern ward platt schnackt. Dass die plattdeutsche Sprache lebt, zeigen die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes nun auch an den Ortsschildern. Ein Landtagsbeschluss auf Initiative der SPD-Fraktion hat das 2021 ermöglicht. Nun liegt es in der Hand der Plattschnacker*innen, ihren plattdeutschen Ortsnamen auch öffentlich zu zeigen. Dafür benötigen sie einen Beschluss der Gemeinde und eine Bestätigung der Sprachwissenschaftler*innen von den Universitäten in Greifswald oder Rostock, dass der angemeldete plattdeutsche Name historisch oder im Alltag gebraucht wird. So ein Zusatzschild gilt dann als amtliches Ortsschild für den plattdeutschen Namen, ohne dass das komplette Ortsschild ausgetauscht werden muss. Damit wird Niederdeutsch als Minderheitensprache auch wieder sichtbarer im Alltag.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Pflege und Förderung der niederdeutschen Sprache sehr wichtig. Sie verbindet Menschen auf der ganzen Welt von Osteuropa bis nach Amerika, besonders im Ostseeraum. Vor allem aber prägen ihre Sprachmelodie, Metapher und so manche Alltagsvokabel das Leben und Denken der Menschen in unserem Bundesland. In Kitas und Schulen wird Niederdeutsch unterrichtet, sodass die junge Generation wieder die Regionalsprache ihrer Heimat sprechen lernt. An den Ortsschildern wird mehr und mehr sichtbar, dass dies eine plattdeutsche Landschaft ist. Dafür ist jedoch auch viel bürgerschaftliches Engagement erforderlich, dass in Zukunft in immer mehr Orten die plattdeutschen Ortsnamen angebracht und plattdeutsch gesprochen wird.“
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  • Sprecherin für Ländliche Räume, Heimatpflege und bürgerschaftliches Engagement
  • Wissenschafts-Europa-Ausschuss und Petitionsausschuss