Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
12. Juni 2019

Windcluster soll Unternehmen im Land stärken und Arbeitsplätze schaffen

Wie im Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen festgeschrieben, soll in Mecklenburg-Vorpommern ein sogenanntes Windcluster etabliert werden.
Ziel des Clusters ist es, weitere gut bezahlte Arbeitsplätze im Land zu schaffen und die Wertschöpfungsketten vor Ort zu verbessern. Außerdem sollen die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen optimiert und Innovationen gezielt gefördert werden.

Ein direktes Coaching und gezielte Informationsvermittlung sollen es Unternehmen erleichtern, Zulieferer für die erneuerbaren Energien und die Sektorenkopplung zu werden. Mit dem Aufbau eines solchen Clusters wurden das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PWC) und als Subunternehmer das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, die Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik und das WindEnergy Network (WEN) beauftragt. Zu den Chancen eines solchen Clusters berichtete Landesenergieminister Christian Pegel mit Jochen Schulte, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion M-V sowie Heiko Stohlmeyer, Leiter des Renewables-Team von PWC und Andree Iffländer, Vorsitzender des WEN, heute, 12. Juni 2019, in Schwerin.

„Der Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern profitiert enorm von der Windenergiebranche“, sagt Landesenergieminister Christian Pegel. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren ca. 15.000 hoch qualifizierte und gute bezahlte Arbeitsplätze entstanden, die direkt mit der Windenergie in Verbindung stehen. Auch die Häfen und Werften im Land konnten durch die Offshore-Windindustrie neue Geschäftsfelder erschließen.

Jochen Schulte erklärt, dass es mit dem Aufbau des Windclusters nach Vorbild des mitteldeutschen Automobilclusters darum gehe, den Anteil einheimischer Vorleistungen in der Produktionskette moderner Energieanlagen zu erhöhen: „Erneuerbare Energien bedeuten nicht nur sauberen Strom. Sie bieten vielmehr die Chance, den Industrie- und Wirtschaftsstandort M-V auch überregional zu stärken. In vielen Fällen beziehen die im Land ansässigen Hersteller von Anlagen oder Komponenten die Bauteile, die sie nicht selbst herstellen, von Zulieferern außerhalb unseres Landes. Gestärkt durch ein solches Cluster besteht für unsere Unternehmen mit ihren Produkten nicht nur die Chance sich diesbezüglich noch besser zu positionieren. Vielmehr können sich auch neue Markteintrittschancen außerhalb unseres Landes für ihre Produkte ergeben“, so der Landtagsabgeordnete. Im Bereich der Elektrotechnik seien das zum Beispiel Schaltschränke und Batterien zur Stromspeicherung. Für den erforderlichen Ausbau auf dem Gebiet der Sektorenkoppelung wäre die Ansiedlung einer Elektrolyseurproduktion ein hervorragendes Ergebnis.

„Da die Landesregierung die Energiewende nicht nur als Klimaschutzprojekt, sondern auch als industriepolitische Chance begriffen hat, wollen wir mit dem Windcluster an dieser Stelle ansetzen: PWC soll daran arbeiten, Hersteller solcher Bauteile im Land anzusiedeln bzw. hier ansässige Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produktpalette entsprechend zu erweitern“, ergänzt Christian Pegel.

„Im Rahmen unserer Arbeit werden wir die Wirtschafts- und Industrielandschaft in und außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern intensiv durchleuchten und Unternehmen in unserem Land, die für die Arbeit in der Branche in Frage kommen, identifizieren. Im Anschluss sollen diese – auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt – unterstützt werden, sei es durch Information, Beratungsgespräche, Coachings oder Weiterbildungsmaßnahmen“, fasst Heiko Stohlmeyer die Aufgaben von PWC und den Subunternehmen beim Aufbau des Windclusters zusammen.

Auch über den Anschub von Verbund- und Kooperationsprojekten sowie die verstärkte Nutzung digitaler Instrumente und Methoden soll die Position des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf dem Gebiet Windenergie und in den anderen Erneuerbare-Energie-Sparten sowie im Bereich der Sektorenkopplung gestärkt und ausgebaut werden. Dafür stellt das Land für vier Jahre insgesamt ca. 2,2 Millionen Euro bereit.

Energieminister Pegel ist sicher: „Mithilfe des Clusters können wir die Windenergiebranche zum struktur- und zukunftsbestimmenden Industriezweig ausbauen, der noch mehr als bislang zum Arbeitsplatzmotor unseres Bundeslandes avanciert.“

Hintergrund

Die Koalitionsvereinbarung 2016 – 2021 sieht vor, ein Windenergiecluster als Plattform für Markterschließung und Ansiedlung weiterer Unternehmen, insbesondere auch Zuliefererfirmen, aufzubauen. Die dafür erfolgte europaweite Ausschreibung der Leistungen begann im Januar 2019 und konnte nun mit der Vergabe der Leistungen abgeschlossen werden.
  • Parlamentarischer Geschäftsführer
  • Sprecher für Verkehrs- und Wirtschaftspolitik
  • Wirtschaftsausschuss, Energieausschuss, Parlamentarischer Untersuchungsausschuss