Seit 2024 führt die SPD-Landtagsfraktion gemeinsam mit dem Koalitionspartner Die Linke und der Patienteninitiative NichtGenesen den Fachtag Long Covid durch. Ziel der Fachtage ist es, Akteure des Gesundheitswesens, Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen, Wissenschaft und Politik zum Austausch und zur Diskussion zusammenzubringen. Der heutige Fachtag findet unter dem Titel „Versorgungsstrukturen in MV“ statt. Dieser Fachtag wird sich mit dem aktuellen Forschungsstand zu postinfektiösen Erkrankungen und den Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen.
„Auch sechs Jahre nach dem Beginn der Pandemie ist Corona noch immer nicht vorbei. Bis heute leiden viele Menschen an Long Covid, Post-Covid, Post-Vac und MEC/FS. Long Covid stellt unsere Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Viele Schwer- und Schwerstbetroffene sind dauerhaft ans Haus oder sogar ans Bett gebunden, pflegebedürftig und aus ihrem bisherigen Leben gerissen. Für die Betroffenen wie auch für ihre Angehörigen bedeutet das eine massive körperliche, psychische und soziale Belastung. Deswegen ist es wichtig, dass wir als Politik die Krankheitsbilder nicht als Randthema behandeln, sondern in den Fokus der Gesundheitspolitik rücken“, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Christine Klingohr.
Laut Deutscher Gesellschaft für ME/CFS sollen bundesweit circa 1,5 Millionen Menschen an den Folgen von Long Covid und ME/CFS leiden. Das Krankheitsbild ME/CFS ist seit Jahrzehnten bekannt, die Zahl der Betroffenen schnellte jedoch mit der Corona-Pandemie in die Höhe. Ihre Situation ist vielfach prekär, denn noch immer fehlen wirksame Medikamente und Anlaufstellen für medizinische Versorgung und vor allem fehlt Wissen. Die Fachtage Long Covid sollen dazu beitragen, das nötige Wissen zu verbreiten. Dafür werden auch wie bei den vergangenen Fachtagen renommierte Referent*innen vor Ort sein und Fachvorträge halten.
So wird unter anderem die deutschlandweit bekannte Leiterin des Post-Covid-Netzwerkes der Charité, Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen, zum aktuellen Wissensstand über die Krankheiten ausführen und erklären, wie dieses Wissen in Therapiekonzepte umgesetzt werden kann.
„In den letzten Jahren haben wir wichtige Fortschritte im Verständnis von Long Covid und ME/CFS erzielt. Insbesondere immunologische Mechanismen spielen eine zentrale Rolle. Auf dieser Grundlage können wir gezielte Therapien entwickeln, die berechtigte Hoffnung auf wirksame Behandlung geben“, sagt Scheibenbogen.
Im Fokus des Fachtages stehen dieses Mal vor allem die Versorgungsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern. So werden Vertreter der Unimedizin Greifswald zur Arbeit des Comprehensive Long Covid Centers ausführen. Die Unimedizin Rostock wird zum aktuellen Stand der Spezialsprechstunde aus der Hansestadt berichten.
„Es ist ein starkes Signal, dass auch an diesem Fachtag so viele Expertinnen und Experten hier bei uns in der SPD-Fraktion zusammenkommen und ihr Wissen miteinander austauschen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir immer wieder prüfen, wie es um die Versorgungsstrukturen im Land steht. Wir haben hier in MV in den vergangenen Jahren richtige Schritte gemeinsam mit dem Bund unternommen, um wichtige Strukturen aufzubauen. Klar ist aber auch, es gibt noch viel zu tun. Wir wollen die bestmögliche Versorgung aller Betroffenen und dafür kämpfen wir weiter“, sagt Christine Klingohr.
Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, ergänzt: „Ja, wir haben in den letzten Jahren in M-V und bundesweit einiges erreicht – aber wir sind noch nicht am Ziel. Im Bundeshaushalt wurden 100 Millionen Euro für die Forschung zu Long-COVID und die Verbesserung der Versorgungsstrukturen zur Verfügung gestellt, an deren Umsetzung auch in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet wird. Im Ergebnis dessen konnten die Ambulanzen in Rostock und Greifswald ihre Arbeit aufnehmen. Unser Ziel ist es, die Versorgung für alle Betroffenen, insbesondere für Schwerstbetroffene, weiter zu verbessern. Dieses Ziel werden wir auch weiterhin gemeinsam mit den Betroffen verfolgen.“
Auch dieser Fachtag wird gemeinsam mit Vertreterinnen der Patienteninitiative NichtGenesen ausgerichtet.
„Die Versorgung von Menschen mit postinfektiösen Erkrankungen weist weiterhin erhebliche Defizite auf“, erklärt Ricarda Piepenhagen, Gründerin der Patientenorganisation NichtGenesen. „Die Fachtage sind daher ein wichtiger Schritt, um evidenzbasiertes Wissen in die Fläche zu bringen und die hausärztliche Versorgung gezielt zu stärken.“
Erneut wird beim Fachtag die Möglichkeit für Ärztinnen und Ärzte bestehen, sich Fortbildungspunkte anrechnen zu lassen. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr und endet um 17 Uhr. Alle Vorträge können im Live-Stream online (ohne vorherige Anmeldung) auf Youtube unter dem Link https://youtube.com/live/EVWvqGOQepk verfolgt werden.
Der Stream wird am 25. März ab spätestens 12:45 Uhr erreichbar sein. Fragen zu den Beiträgen werden über die Kommentarfunktion möglich sein. Die SPD-Fraktion rechnet mit rund 100 Besuchern in Präsenz aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz und mehr als 100 digital.
