Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. September 2015

Aquakultur gewinnt für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Bedeutung

Nils Saemann: Nachhaltige und wirtschaftliche Aufzucht bietet Entwicklungschancen für die Fischerei

Die Koalitionsfraktionen werden auf Initiative der SPD in der nächsten Landtagssitzung einen Antrag zum weiteren Ausbau der Aquakultur in MV einbringen. Hierzu erklärt der fischereipolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Nils Saemann:

„Die Aquakultur ist für Mecklenburg-Vorpommern als gewässerreichstes Bundesland eine zukunftsweisende Technologie. Angesichts stetig steigendem Bedarf an Fisch und weltweit zurückgehender Fischbestände in den Meeren und Binnenseen kommt ihr eine wachsende Bedeutung für die Versorgung der Menschen mit hochwertigen Lebensmitteln zu. Die kontrollierte Aufzucht von Fischen oder Meerestieren bietet deshalb unserer Fischerei zusätzliche wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Wir möchten mit unserer Landtagsinitiative die Rahmenbedingungen zum Ausbau der Aquakultur und zur Intensivierung der Forschung auf diesem Gebiet schaffen. Dabei geht es insbesondere darum, die Förderung der wissenschaftlichen Entwicklungen in der aktuellen Periode des Europäischen Meeres- und Fischereifonds 2014-2020 fortzuführen, um schrittweise zur Praxisreife zu gelangen. Zudem brauchen wir eine Landesstrategie, die die Erfordernisse einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Aquakultur berücksichtigt und Entwicklungspotentiale in MV aufzeigt.

In den letzten Jahren hat sich die Aquakultur im Weltmaßstab zu einem wichtigen Faktor für die globale Fischerzeugung entwickelt. So macht sie inzwischen 25 Prozent der gesamten Weltfischproduktion aus. Allerdings importiert Deutschland 90 Prozent der hierzulande verzehrten Fische und Meerestiere. Gerade vor diesem Hintergrund ist es fischereipolitisch und ökologisch nicht vertretbar, dass Deutschland Aquakulturprodukte aus Ländern mit zweifelhaftem Umwelt- und Sozialmanagement einführt. Bereits jetzt sind etwa die Zanderaquakultur in Hohen Wangelin oder die Garnelenfarm in Grevesmühlen hervorragende und umweltverträgliche Alternativen zur Versorgung mit hochwertigen Produkten.“

Kontakt
  • Sprecher für Kleingartenpolitik
  • Petitionsausschuss und Agrarausschuss