Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
10. Oktober 2014

Enquete-Kommission berät Situation älterer Arbeitnehmer und medizinische Versorgung in M-V

Martina Tegtmeier / Julian Barlen: Gute Arbeitsbedingungen zentral für Fachkräftesicherung im Demographischen Wandel

In der heutigen Sitzung der Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern" berichtete die Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Birgit Hesse, über die Situation älterer Arbeitnehmer. Das Institut für Community Medicine aus Greifswald stellte zudem den ersten Teil der Grundlagenexpertise zum Thema „Alter und Gesundheit / Pflege" vor. Hierzu erklären Martina Tegtmeier, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der SPD-Fraktion sowie Julian Barlen, Sprecher für Gesundheitspolitik und Obmann der SPD in der Enquete-Kommission:

Martina Tegtmeier:
„Die Chancen für Ältere auf dem Arbeitsmarkt verbessern sich derzeit. Im September verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahren um rund vier Prozent. Der demographische Wandel befördert diese Entwicklung. Um einen Fachkräftemangel entgegenzusteuern, müssen Unternehmen deshalb in Zukunft verstärkt Investitionen in die Gesundheit und Ausbildung ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vornehmen. Dazu gehören Präventionsmaßnahmen und die Schaffung alter(n)sgerechter Arbeitsplätze genauso, wie die gezielte Fortbildung älterer Mitarbeiter. Unsere Aufgabe wird es sein, vor allem kleine und mittlere Unternehmen, denen oft die Kapazitäten für eine gezielte Personalentwicklung fehlen, bei dieser Aufgabe zu begleiten."

Julian Barlen:
„Einen verstärkten Bedarf an Fachkräften verzeichnen wir auch im Gesundheitswesen. So werden in der Pflege die Versorgungsbedarfe in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Um weiterhin eine flächendeckende gute Pflege gewährleisten zu können, müssen mehr Menschen für den Pflegeberuf begeistert und vorhandene Pfleger/innen im Beruf gehalten werden. Hier sind Arbeitgeber, Kostenträger und Politik gefragt, den Mitarbeiter/innen gute Arbeitsbedingungen - wie bspw. Aus- und Weiterbildung inkl. akademischer Angebote, Bezahlung, Perspektiven der beruflichen Entwicklung und Anerkennung - zu bieten.

Bei der ärztlichen Versorgung ist die Situation etwas anders. Ärztemangel ist oft ein regionales Problem. Besonders bei den Praxen im ländlichen Raum findet sich oft kein Nachfolger, wenn der alte Landarzt in Rente geht. Innovative, den ambulanten und stationären Bereich umfassende Versorgungskonzepte können in Zukunft die Versorgung von Patienten im ländlichen Raum entscheidend verbessern helfen. Dazu gehört u.a. eine stärkere Vernetzung sowie Delegation und Substitution von ärztlichen Leistungen."

Hintergrund:
Die Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern" wurde vom Landtag eingesetzt, um politische Maßnahmen zur Anpassung an die älter werdende Gesellschaft zu empfehlen. Sie setzt sich aus elf Mitgliedern des Landtages und zehn externen Fachleuten zusammen und tagt öffentlich. In den sechs Themenfeldern „Wohnen im Alter", „Alter und Gesundheit/Pflege", „Mobilität im Alter", „Bildung/Arbeit", Bürgerschaftliches Engagement/Gesellschaftliche Teilhabe" und „Infrastruktur" erarbeitet die Kommission auf Grundlage von wissenschaftlichen Gutachten und im Dialog mit den zuständigen Ministerien und Experten aus der Praxis Vorschläge für eine zukunftsfeste Seniorenpolitik.

  • Sprecherin für Innen- und Kommunalpolitik
  • Innenausschuss