Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
28. März 2014

„Erste Antworten auf Herausforderungen der alternden Gesellschaft gefunden“

Rainer Albrecht: Zwischenbericht der Enquete-Kommission zum „Wohnen im Alter" verabschiedet

In der heutigen Sitzung verabschiedete die Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern" ihren Zwischenbericht, der die demographischen Eckdaten sowie die Analyse der Wohnsituation Älterer und erste Handlungsempfehlungen zum Themenfeld Wohnen im Alter umfasst. Dazu erklärt Rainer Albrecht, Mitglied der Enquete-Kommission und baupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

„Die SPD-Fraktion verfolgt das Ziel, Seniorinnen und Senioren ein langes Leben in den ‚eigenen vier Wänden' zu ermöglichen. Dabei gilt es drei Herausforderungen zu meistern, auf die die Enquetekommission mit dem Zwischenbericht erste Antworten gefunden hat: der Mangel an barrierearmem Wohnraum, fehlendes seniorengerechtes Wohnumfeld und unzureichende Wohnberatung.

Für die SPD ist klar, es müssen mehr seniorengerechte Wohnungen geschaffen werden. Dazu muss die Wohnraumförderung auf die Reduzierung von Barrieren konzentriert werden. Das Zuschussprogramm für barrierearmes Wohnen, Lifte und Fahrstühle, das die Koalitionsfraktionen im aktuellen Haushalt aufgelegt haben, ist ein erster Schritt. In Zukunft muss das Programm hinsichtlich Höhe und Wirksamkeit evaluiert und ggf. angepasst werden.

Nicht immer kann aber im Umbau der Standard von Barrierefreiheit nach DIN 18040 erreicht werden. Daher hat sich die Enquetekommission hinsichtlich der Förderung auf eine Anwendung der Definition von „weitgehend barrierefreien Wohnungen" durch das Kuratorium Deutsche Altenhilfe geeinigt. Mit der anstehenden Anpassung der Landesbauordnung soll darüber hinaus die Schaffung von barrierefreiem Wohnraum in größeren Neubauten verpflichtend werden. Auch alternative Wohnformen, wie das betreute Wohnen, die einen Umzug ins Heim stark verzögern oder vermeiden helfen, sollen gefördert werden.

Eine (weitgehend) barrierefreie Wohnung alleine hilft Senioren jedoch nicht, selbstständig den Alltag zu meistern, wenn wichtige Versorgungsinfrastruktur, wie z. B. Ärzte, Einzelhandel und ÖPNV nicht vorhanden ist. Daher sollte die Schaffung von seniorengerechtem Wohnraum vor allem dort gefördert werden, wo die Daseinsvorsorge auch langfristig gesichert ist. Außerdem muss es flächendeckend Quartiers- Stadt- und Dorfmanager geben, die im Zusammenspiel mit lokalen oder regionalen Akteuren vor Ort angepasste integrierte Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes entwickeln.

Vielen Akteuren und Betroffenen sind die Herausforderungen im Themenfeld ‚Wohnen im Alter' nicht bewusst. Interessieren sie sich dafür, wie sie ihre Wohnung anpassen können, So fehlen weitgehend qualifizierte Beratungsangebote zur seniorengerechten Wohnungsumgestaltung. Daher möchten wir eine flächendeckende, mobile und unabhängige Wohnberatung einführen. Erster Anlaufpunkt sollen hier die Pflegestützpunkte sein, damit Hilfesuchende nicht ‚von ‚Pontius zu Pilatus' geschickt werden. Eine Landeskoordinierungsstelle der Wohnberatungen soll diese Maßnahme mit Informations- und Sensibilisierungskampagnen flankieren und die Wohnberater weiterbilden.

Die bisherige Arbeit hat aber auch gezeigt wie eng die Arbeitsfelder der Enquete-Kommission zusammenhängen. Daher müssen einige der bisher beschlossenen Maßnahmen im Arbeitsverlauf, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus den anderen Themenfeldern, noch weiter konkretisiert werden", so Rainer Albrecht abschließend."

Hintergrund
Die Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern" wurde vom Landtag eingesetzt, um politische Maßnahmen zur Anpassung an die älter werdende Gesellschaft zu empfehlen. Sie setzt sich aus elf Mitgliedern des Landtages und zehn externen Fachleuten zusammen und tagt öffentlich. In den sechs Themenfeldern „Wohnen im Alter", „Alter und Gesundheit/Pflege", „Mobilität im Alter", „Bildung/Arbeit", „Bürgerschaftliches Engagement/Gesellschaftliche Teilhabe" und „Infrastruktur" erarbeitet die Kommission auf Grundlage von wissenschaftlichen Gutachten und im Dialog mit den zuständigen Ministerien und Experten aus der Praxis Vorschläge für eine zukunftsfeste Seniorenpolitik.

Kontakt
  • stellv. Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Bau-, Stadt-, Regional- und Landesentwicklung
  • Wirtschaftsausschuss, Innenausschuss