Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
30. Juni 2015

Kein erheblicher bürokratischer Mehraufwand durch Mindestlohn

Martina Tegtmeier: VUMV sollte Mitglieder beraten, statt zu lamentieren

Zu den Äußerungen des VUMV bezüglich des angeblich überbordenden Bürokratieaufwands zur Umsetzung des gesetzlichen Mindestlohnes erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Martina Tegtmeier:

„Bereits die Bundeskanzlerin hat öffentlich festgestellt, dass es kaum eine Regelung auf dem Arbeitsmarkt gebe, die von einzelnen Akteuren der Wirtschaft nicht auch missbraucht worden wäre. Insofern sollte es selbstredend sein, dass gerade in den Branchen, in denen die Versuchung für Missbrauch beim Mindestlohn am höchsten wäre, eine ordentliche Dokumentation der Arbeitszeiten notwendig ist. Zudem hat Bundesarbeitsministerin Nahles aktuell bereits angekündigt, dass es in Fällen, in denen ein Unterschreiten des Mindestlohnes unwahrscheinlich ist, zur Lockerung bei der Aufzeichnungspflicht kommt.

Völlig unverständlich sind die Äußerungen des VUMV, dass die Dokumentation der Arbeitszeiten zu einem Mehrbedarf an Personal führt. Es gibt für die elektronische Zeiterfassung ein reichhaltiges Angebot an preisgünstigen Lösungen, die jeden Unternehmer bei genau dieser Frage – und übrigens auch bei der Lohnabrechnung – deutlich entlasten können. Statt permanent über den bösen Mindestlohn zu lamentieren und den angeblich so großen Verwaltungsaufwand zu beklagen, sollte der VUMV lieber seine Mitglieder dabei beraten, wie man Verwaltungsaufwand gesetzeskonform minimiert und Verwaltungsabläufe optimiert. Das hilft am Ende Arbeitgebern wie Arbeitnehmern.“

  • stellv. Fraktionsvorsitzende
  • Sprecherin für Innenpolitik, Kommunalpolitik, Gleichstellungspolitik
  • Innen- und Europaausschuss, Sozialausschuss