Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
14. Mai 2020

Standortübergreifende Ingenieursausbildung in MV soll beste Köpfe im Land halten

Rainer Albrecht: Zähes Ringen hat sich ausgezahlt – Dank an Vertreter der Bauingenieursausbildung für Bereitschaft zu deutlichem Mehraufwand zum Wohl der Zukunft des Landes

Zum heute im Landtag verabschiedeten Antrag „Umsetzung einer standortübergreifenden Ingenieurausbildung in den Bereichen Bauen, Landschaft und Umwelt (BLU-Konzept)“ äußert sich der baupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rainer Albrecht:

„Wie der Antrag deutlich macht, reicht die aktuelle Zahl der jährlich bei uns im Land ausgebildeten Bauingenieure nicht annähernd aus, um den gegenwärtigen und zukünftigen Bedarf an Fachkräften im Bereich des Bauingenieurwesens zu decken. Deshalb gab es seit 2017 eine starke Initiative von Lehrenden der Hochschule Wismar sowie der Verbände der Baubranche mit dem Ziel, ein größeres Bewusstsein für die Problemlage zu schaffen und Lösungsvorschläge anzubieten. So ist der Bedarf erkannt und Anreize zur Aufnahme eines Bauingenieurstudiums in M-V wurden zusammengetragen. Sie finden nun in der finalen Version des BLU-Konzepts ihre Ausgestaltung.

Dass das in diesem Rahmen erarbeitete BLU-Konzept nun umgesetzt werden kann, ist das Ergebnis zahlreicher Gespräche, u.a. mit den Landtagsfraktionen der SPD und CDU sowie mit dem Infrastrukturminister, der Bildungsministerin und dem Finanzminister. Besonders hoch wertzuschätzen ist dabei der Einsatz der Vertreter der Bauingenieursausbildung in unserem Land, da die Umsetzung des Konzepts für sie selbst deutlich mehr Arbeit bedeutet, wenn sie z.B. für Lehrveranstaltungen im Rahmen der Hochschulkooperation weitere Fahrwege auf sich nehmen müssen. Das Konzept ist ebenso eine eindrucksvolle Demonstration einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen Wismar und Neubrandenburg sowie der Universität Rostock, die wir in der Form nur ausdrücklich begrüßen können und die uns für eine erfolgreiche Umsetzung des Konzepts zuversichtlich stimmt.

Die Bedeutung des Bauingenieurnachwuchses für die Zukunft der Baubranche in unserem Land und damit auch der Zukunft des gesamten Landes mit seiner Infrastruktur ist allen Beteiligten bewusst. Deshalb sind die Kosten für die Umsetzung des Konzepts gut angelegt, um zukünftig wieder mehr Absolventinnen und Absolventen des Bauingenieurwesens für den anstehenden Generationswechsel zu gewinnen.

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass das Geld im Interesse einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik genau jetzt in die Hand genommen werden muss, um nicht später ein Vielfaches mehr ausgeben zu müssen, um Bauprojekte planen, prüfen und durchführen zu können. Denn unser Land steht im direkten Wettbewerb um die besten Köpfe. Eine weitere Abwanderung Studieninteressierter können und wollen wir uns einfach nicht leisten. Die beruflichen Aussichten für alle Absolventinnen und Absolventen könnten dabei besser nicht sein.

Die neu geplanten Professuren bieten zudem die Möglichkeit von Forschungsaktivitäten und Transferleistungen in die Wirtschaft, von denen wiederum unser Land flächendeckend profitieren kann, z.B. in den Bereichen Digitalisierung und Bauwerksdiagnostik.“
Themen:#Bildung
  • Vorsitzender des Energieausschusses
  • Sprecher für Bau und Landesentwicklung
  • Wirtschaftsausschuss, Energieausschuss