Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. Mai 2016

Anhörung zu Wolgast: Langfristige Versorgungssicherheit muss regional gedacht werden

Julian Barlen: Ein „Weiter so” hätte die Gesundheitsversorgung in der Region gefährdet

Anlässlich der heutigen Anhörung im Sozialausschuss zur Volksinitiative „Zur Wiedereröffnung der Abteilungen Kinder- und Jugendmedizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Kreiskrankenhaus Wolgast“ erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Julian Barlen:

„Ein ‚Weiter so’ hätte die Gesundheitsversorgung in der Region gefährdet. Das wurde in der heutigen Anhörung im Sozialausschuss letztlich von allen Expertinnen und Experten bestätigt. Diese Lage war auch der Grund, warum die an der Versorgung beteiligten Krankenhäuser in Wolgast und Anklam die dringend erforderliche Strukturänderungen angezeigt und damit den Anstoß zur Umstrukturierung gegeben haben.

Das große Engagement der Bürgerinitiative verdient unseren Respekt. Dieses ermöglichte heute noch einmal eine breite Diskussion dieses komplexen Themas. Dabei wurde erneut deutlich, dass die Entscheidung zur Umstrukturierung der Krankenhäuser mit dem Ziel einer guten und flächendeckenden medizinischen Versorgung in der gesamten Region erfolgte. Allerdings hat sich auch gezeigt, dass es unterschiedliche Lösungsvorstellungen gibt.

Fakt ist aber, eine nachhaltige Lösung muss die Bereiche Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigen. Auch gilt es, die Strukturen so zu gestalten, dass die Krankenhäuser bessere Chancen haben, die erforderlichen Fachkräfte zu gewinnen. Deshalb war es richtig, dass sich die drei Krankenhausträger auf eine gemeinsame, arbeitsteilige Lösung für die Region Greifswald-Wolgast-Anklam verständigt und damit einen ruinösen Wettbewerb verhindert haben.

Mit Blick auf den demografischen Wandel geht es in der Fläche letztlich darum, den sinkenden Fallzahlen und der schwierigen Fachkräftesituation mit nachhaltigen Versorgungsmodellen zu begegnen. Hierzu müssen alle zusammenarbeiten. Nur so wird es möglich sein, alle Standorte der medizinischen und pflegerischen Versorgung zu erhalten. Wenn der Bestand von Einrichtungen insgesamt in Frage steht, sind nachhaltige Umstrukturierungen zum Erhalt von Versorgung und Beschäftigung besser als Schließungen.

Die heute vorgetragenen Hintergründe und unterschiedlichen Lösungsideen werden wir jetzt noch einmal intern erörtern und in der nächsten Sozialausschusssitzung beraten."

  • Sprecher für Gesundheitspolitik, Strategien gegen Rechtsextremismus