SPD Landtagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
Soeben haben SPD, CDU und Linke im Plenum des Landtages einen Dringlichkeitsantrag „Pädiatrische Versorgung und Geburtshilfe in Parchim sichern“ eingebracht. Dieser wird morgen am Donnerstag beraten. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Julian Barlen:

 „Unser Ziel ist ein flächendeckender Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung. Das gilt natürlich auch für die Kinder- und Jugendmedizin und die Geburtshilfe. Und das gilt auch für das Krankenhaus Parchim und Umgebung. Der Erhalt von Kindermedizin und Geburtshilfe gelingt aber nicht von selber. Hier sind insbesondere der private Klinikbetreiber und das zuständige Ministerium gemeinsam mit allen Planungsbeteiligten in der Pflicht. Hier muss im Verbund gedacht und gemacht werden. Privater Betreiber, Ärztekammer, Kassenärztliche Vereinigung, Krankenkassen, Pflege usw.

Dabei darf es vor allem nicht um Profitmaximierung gehen. Nicht darum, gewinnbringende Abteilungen und Behandlungen zu erhalten und möglichst auszubauen und solche, die wenig Fälle und Gewinne bringen, loszuwerden. Das ist eine Vorgehensweise, die nicht im Interesse der Gesamtbevölkerung sind. Einen Versorgungsauftrag zu bekommen und auch auszufüllen ist eine Verantwortung ggü. allen Menschen in der Region. Diese verlassen sich auf die Versorgung.

In diesem Sinne werden wir den Gesundheitsminister auffordern, mit dem Klinikbetreiber des Krankenhauses Parchim schnellstmöglich zu vereinbaren, wie durch die forcierte (Rück-)Gewinnung von Personal, aber auch durch die Nutzung von vorhandenen Kooperationsangeboten anderer Standorte im Land kurzfristig die pädiatrische Versorgung und damit auch die Geburtshilfe in Parchim fortgeführt wird.“

Der für den Bereich Parchim direkt gewählte Abgeordnete Christian Brade ergänzt:

„Seit nun mehr als einem halben Jahr diskutieren wir auf den verschiedensten Ebenen die Situation der Kinder- und Geburtenstation in Parchim. Unzählige Gesprächstermine, Demonstrationen von Initiativen, Unterschriftensammlungen, Presseartikel und besänftigende Statements der Klinikleitung später, müssen wir leider konstatieren, dass sich wenig bis gar nichts verbessert hat.

Das Gegenteil ist viel eher der Fall: Die Situation hat sich noch weiter angespannt. Und das frustriert die Bürgerinnen und Bürger vor Ort vollkommen zu Recht. Aber auch wenn das Zeugnis bis hierhin unbefriedigend ausfällt, ist es nie zu spät noch zueinander zu finden und zwar zum Wohle der Menschen. Hierfür machen wir weiter Druck.“
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