SPD Landtagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
Stefanie Drese: Insolvenzverwalter sieht kein Fehlverhalten des Landes

In der heutigen 64. Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zu den P+S-Werften wurde der Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann zum zweiten Mal vernommen. Im Anschluss an die Befragung erklärte die Obfrau der SPD-Landtagsfraktion, Stefanie Drese:

"Wir fühlen uns durch die Aussagen von Berthold Brinkmann voll und ganz in unserer bisherigen Einschätzung zu den Gründen, die zur Insolvenz der P+S-Werften führten, bestätigt. So hat Berthold Brinkmann nochmals die falsche Darstellung der wirtschaftlichen Situation durch die ehemaligen P+S-Geschäftsführung um Dr. Dieter Brammertz, schlecht ausverhandelte Verträge sowie das Sanierungsgutachten der Unternehmensberatung KPMG als ursächlich für die Werfteninsolvenz bezeichnet.

Brinkmann betonte heute erneut, dass das Handeln der ehemaligen P+S-Geschäftsführung durch Intransparenz, betriebswirtschaftliches Missmanagement und mangelndes Controlling geprägt gewesen sei. Negativer Höhepunkt waren die Verträge zu den Scandlines-Aufträgen, die handwerklich schlecht zu Lasten der Werft geschlossen wurden. Deshalb hat Brinkmann bereits im März eine Schadensersatzklage gegen zwei ehemalige Werftgeschäftsführer eingereicht.

Zudem wiederholte der Insolvenzverwalter seine negative Einschätzung zum grundlegenden KPMG-Sanierungsgutachten. Dieses sei mit größeren Fehlern behaftet gewesen. Hinzu kam ein mangelhaftes Finanzcontrolling zwischen 2010 und 2012. Wir begrüßen ausdrücklich, dass Brinkmann auch gegenüber KPMG eine Entschädigungsklage vorbereitet. Dies ist im Interesse des insolventen Unternehmens und damit auch im Interesse aller Kredit- und Bürgschaftsgeber richtig und angemessen.

Ausdrücklich stellte Brinkmann noch einmal heraus, dass der Landesregierung nichts vorzuwerfen sei. Folgerichtig hat bereits der Insolvenzverwalter eine Anklageerhebung gegen zahlreiche Beteiligte eingereicht bzw. beabsichtigt dies, allerdings ausdrücklich nicht gegen das Land. Zudem betonte er, dass die Werft selbstverständlich stets von der Geschäftsführung und der Treuhand geführt wurde und das Land zu keiner Zeit in die werftinternen Prozesse eingegriffen hat. Damit trug vor allem Dieter Brammertz als Hauptgeschäftsführer die Verantwortung für alle Unternehmensentscheidungen.“

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