Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
23. April 2015

Debatte um Nutztierhaltung zeigte viele Gemeinsamkeiten

Thomas Krüger: Antrag der LINKEN zu Bestandsobergrenzen greift wichtiges Thema auf, bietet aber inhaltlich keine Lösungsansätze

Zum Antrag der LINKEN „Bestandsobergrenzen in der Tierhaltung wissenschaftlich begründen" hat der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Thomas Krüger heute erklärt:

„Der Antrag stützt sich im Wesentlichen auf ein Gutachten des „ Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik" beim Bundeslandwirtschaftsministerium mit dem Titel „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Tierhaltung". Aber gerade zur Problematik der Bestandsobergrenzen in der Tierhaltung bietet dieses Gutachten keine wissenschaftlich begründeten Aussagen, um daraus standortangepasste Anlagengrößen abzuleiten, wie von den Linken gefordert. Im Gegenteil wird festgestellt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der möglichen kausalen Beziehung zwischen Tierschutz und Bestandsgröße ausgesprochen dürftig ist, und zwar sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene.

Zudem werden bei Bestandsobergrenzen und Herdengrößen nur Aspekte des Tierwohls und der Tiergesundheit betrachtet. Wir sehen das Thema aber umfassender. Neben Tierwohl und Tiergesundheit geht es uns auch um die die Umweltbelastungen für Böden, Wasser und Luft, die sozialräumliche Kompatibilität einer Anlage hinsichtlich des Verkehrs und der Geruchsbelästigung für die ansässige Bevölkerung und die Wirtschaftlichkeit von Anlagen.

Ich begrüße den Beschluss der demokratischen Fraktionen, den Antrag in den Agrarausschuss zu überweisen, um dort das Thema in seiner Komplexität beraten zu können. Unser Ziel ist es, zu wissenschaftlich begründeten gesetzlichen Bestandsobergrenzen in der Nutztierhaltung zu kommen.

Die Bundesregierung ist dabei in der Pflicht, den im Koalitionsvertrag vereinbarten wissenschaftlichen Diskurs über Größen tiergerechter Haltung von Nutztieren endlich zu realisieren", so Thomas Krüger abschließend.
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