Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
14. Juli 2020

Kindesmissbrauch muss härter bestraft werden

Nadine Julitz und Philipp da Cunha: Der Schutz vor Kindesmissbrauch ist unsere Pflicht und Verantwortung

Die Meldungen des jüngsten Opfers von Kindesmissbrauch in Mecklenburg-Vorpommern machen fassungslos. Wer Kinder sexuell missbraucht, kinderpornografische Inhalte besitzt oder teilt, begeht nicht nur eine Straftat – er zerstört ein junges Menschenleben.

Nadine Julitz, Sprecherin für Kinderpolitik der SPD-Landtagsfraktion verweist auf die Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern: „Wir haben lange für die Aufnahme der Kinderrechte in unsere Landesverfassung gekämpft. Artikel 14 bestimmt eindeutig unsere Verpflichtung, Kinder jeglichen Alters vor Misshandlungen zu schützen. Dieser Verpflichtung müssen wir alle nachkommen – egal ob vonseiten der Politik, des Elternhauses oder der Zivilgesellschaft.“

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Philipp da Cunha ergänzt: „Die diskutierten Vorschläge der Bundesjustizministerin Christine Lambrecht gehen in die richtige Richtung. Sowohl die Erhöhung des Strafmaßes für sexuelle Gewalt gegen Kinder als auch des Verfolgungsdrucks seitens der Staatsanwaltschaften sind klare Zeichen an die (potenziellen) Täter: Ihr begeht ein Verbrechen und zukünftig wird es auch als solches vor Gericht behandelt. Der Antrag unserer Sozialministerin Stefanie Drese im Bundesrat unterstreicht noch einmal die Dringlichkeit für dieses Gesetz.

Wichtig ist aber auch, es gar nicht so weit kommen zu lassen – es gibt qualifizierte Präventionsangebote für Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern. Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ unterhält auch in Stralsund eine Anlaufstelle für Betroffene, die anonym und kostenlos Hilfs- und Behandlungsangebote in Anspruch nehmen können.“

„Prävention heißt aber auch, Kinder frühzeitig zu sensibilisieren und auf solche Dinge aufmerksam zu machen. Nein, es ist nicht normal, wenn du pornografische Bilder auf dein Handy bekommst. Oder der Klassiker, dass man nicht mit fremden Leuten mitgehen oder ins Auto steigen soll. Zudem müssen Erzieherinnen und Erzieher als auch Lehrkräfte weiter dazu befähigt werden, einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch zu erkennen und diesen zu melden.

Dieses Maßnahmenbündel aus Prävention und härteren Strafen kann dafür sorgen, dass zukünftig weniger Missbrauchsfälle geschehen“, so Nadine Julitz.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.kein-taeter-werden.de/
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