Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
23. Juli 2020

Die Fallpauschale für die Kinder- und Jugendmedizin muss fallen

Julian Barlen: Gemeinwohl vor Profitlogik – Die Gesundheit unserer Kinder steht mit Abstand an erster Stelle

Ganz erheblich haben wirtschaftliche Interessen von Mediclin und Asklepios zur fatalen Entwicklung der kinder- und jugendmedizinischen Versorgung in der Region Crivitz und Parchim beigetragen. Die Abrechnung dieser wichtigen Leistungen erfolgt durch die sogenannten diagnosebezogene Fallpauschalen, die oftmals in der Pädiatrie nicht kostendeckend sind. Eine von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig angeregte Bundesratsinitiative soll die „DRGs“ in der Pädiatrie durch ein kostendeckendes Verfahren ablösen.

Dazu erklärt Julian Barlen, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion MV:

„Das Angebot der wichtigen kinder- und jugendmedizinischen Versorgung - in einem vergleichsweise dünn besiedelten Flächenland wie MV - darf nicht am System der diagnosebezogene Fallpauschalen scheitern.

Die Gesundheit unserer Kinder in MV steht an oberster Stelle. Wenn sich das Betreiben von Kinder- und Jugendmedizin durch die Fallpauschale in den ländlichen Regionen nicht mehr lohnt, krankt das deutsche Gesundheitssystem.

Die Initiative von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, durch eine Bundesratsinitiative die Abschaffung der pädiatrischen Fallpauschalen zu erreichen, ist richtig und ein mutiger Schritt in eine Richtung, die letztlich allen Bundesländern hilft.

Wenn Profit über die Gesundheit unserer Kinder gestellt wird, muss das Abrechnungssystem geändert werden. Wenn Fallpauschalen auf die Kinder- und Jugendmedizin gerade im ländlicheren Raum nicht anwendbar sind, gehören sie abgeschafft. Kinder brauchen Fürsorge, brauchen mehr Zeit und sind nicht in Masse abzufertigen.

Wir als SPD-Landtagsfraktion unterstützen die angekündigte Bundesratsinitiative unserer Ministerpräsidentin mit Nachdruck. Die Abrechnung von Gesundheitsleistungen über eine Fallpauschale hat sich im Bereich der Pädiatrie als Fehler erwiesen. Diesen Fehler gilt es zu korrigieren und das geht nur auf Bundesebene.

Als Regierungsfraktion erhöhen wir in Mecklenburg-Vorpommern zugleich den Druck auf das Asklepios-Klinikum in Parchim: Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unseres Landes. Ihre Gesundheit hat für uns Priorität. Machen Sie es auch zu Ihrer!
  • Sprecher für Gesundheitspolitik, Strategien gegen Rechtsextremismus