Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
17. September 2015

Diskussion über Bestandsobergrenzen in der Tierhaltung offenbart vielschichtige Problematik

Thomas Krüger: Anhörung zeigt, es gibt noch dicke Bretter zu bohren

Zur heutige Anhörung des Agrarausschusses zum Thema „Bestandsobergrenzen in der Tierhaltung wissenschaftlich begründen“ erklärt der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Krüger:

„Die Anhörung hat gezeigt, dass auf Grund der Komplexität des Themas für alle Seiten zufriedenstellende Lösungen noch nicht in Sicht sind. Seitens der Wissenschaft wurde dargelegt, dass nach derzeitigem Forschungsstand kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Bestandsgrößen und Tierwohl herzuleiten ist. Vielmehr beeinflussen Faktoren wie Management, Organisation und Qualifikation der Beschäftigten das Wohlergehen der Tiere.

Allerdings ist das Tierwohl nur ein, wenn auch sicherlich das wichtigste Kriterium in der Diskussion über Bestandsobergrenzen. Die Problematik umfasst ebenso die Fragen der Umweltbelastungen für Böden, Wasser und Luft, die sozialräumliche Kompatibilität von Anlagen hinsichtlich des Verkehrs und der Geruchsbelästigung für die ansässige Bevölkerung und die Wirtschaftlichkeit von Anlagen. Darauf haben wir noch keine vollends überzeugenden Antworten erhalten.

Für uns ist es wichtig, Tierbestandsgrößen an den Boden zu binden. Bei der Agrarinvestitionsförderung in Mecklenburg-Vorpommern wird dieses Prinzip schon umgesetzt. Eine Förderung von Tierhaltungsanlagen erfolgt demnach nur bis zu einer Obergrenze von zwei Großvieheinheiten je nachgewiesenen Hektar und, wenn die Maßnahmen mit einer Verbesserung der Haltungs-, Gesundheits- und Umweltstandards verbunden sind. Darin sieht meine Fraktion einen Lösungsansatz auch für gesetzliche Regelungen."

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