Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
12. März 2020

Eckwerte sind Grundlage für solide Entwicklung unserer Hochschulen

Der Landtag hat die Eckwerte der Hochschulentwicklung 2021 bis 2025 beschlossen.
Dazu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dirk Stamer:

 „Im Bereich der Finanzen ist festzustellen, dass das den Hochschulen zur Verfügung stehende Gesamtbudget jährlich ansteigt. Erfreulich dürfte es dabei für die Hochschulen sein, dass die zu erwartende Tarif- und Besoldungsentwicklung mit einer jährlichen Steigerung berücksichtigt wird. Im Bereich des Personalbereichs gibt es ebenfalls weitreichende Anpassungen. Es wurde die Anzahl der unbefristeten Beschäftigungspositionen erhöht und die notwendigen Sicherheitsrücklagen reduziert. Hier wird eine seit langem bestehende Forderung der Hochschulen umgesetzt. Dies kann insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels dazu führen, das Positionen, die Daueraufgaben der Hochschulen erfüllen, deutlich attraktiver werden und leichter besetzt werden können. Eine weitere sehr gute geplante Neuerung im Bereich Personal ist eine deutliche Flexibilisierung des Stellenplans im Grundhaushalt der Hochschule. Dies schafft für die Hochschulen die Möglichkeit kostenneutral unterjährig Stellen flexibler zu schaffen, abzuschaffen oder zu ändern. Die Hochschulen haben hierauf schon lange gedrängt und ich freue mich sehr über diese neue Möglichkeit.

Sehr wichtig ist für mich die expliziere Aufführung der sogenannten „third mission“. Also neben den klassischen Aufgaben der Lehre und Forschung die Erkenntnis, dass Hochschulen auch für die gesellschaftliche Entwicklung mit verantwortlich sind. Die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen Ihr Wissen der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen und somit Demokratie und Toleranz, Gleichstellung und Inklusion zu fördern. In einer Zeit der Abkehr von Faktenwissen ist dies eine notwendige Aufgabe, um Demokratie und Toleranz zu stärken. Dies geschieht zum Beispiel durch das Juniorstudium, die Seniorenhochschule und setzt den Weiterbildungsauftrag somit um.

In den Bereichen der Lehrerbildung, der Juristenausbildung, den Medizinern und den Bauingenieuren wird dem Problem begegnet, dass gerade in den ersten Semestern viele Studierende ihr Studium abbrechen. Hier wird angesetzt über eine bessere Informationspolitik für Studieninteressierte, eine bessere Betreuung der Studierenden in den ersten Semestern und beispielsweise der zu Schaffenden Möglichkeit eines Orientierungsstudiums, um Studienanfänger unterschiedliche Fachgebiete näher zu bringen und somit die Wahl des richtigen Fachgebiets zu begleiten und die Motivation ein Studium zu beenden zu erhöhen.

Am Herzen liegt mir auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In der Novelle des Landeshochschulgesetzes wurde dieses Thema bereits angegangen und wird nun in den Eckwerten vertieft über zum Beispiel Landesgraduiertenförderung oder eine Verbesserung der kooperativen Promotionen. Dies sind alles wichtige Ziele, um die Hochschulen in diesem Land unter Berücksichtigung von landesseitigen Notwendigkeiten und Bedarfen zukunftssicher auszurichten. Nun kommt es darauf an, dass diese Ziele in den Zielvereinbarungen und dann in den Hochschulentwicklungsplänen operationalisiert werden.“
  • Sprecher für Forschungs- und Technologiepolitik, Hochschulpolitik
  • Petitionsausschuss, Bildungsausschuss