Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
10. Juni 2021

Enquete-Bericht beschlossen: Vereinte Kräfte für Qualität und Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung in MV

Der Landtag MV hat den Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ beschlossen. Erst im Juni 2020 hatte sich die Enquete konstituiert. Auslöser hierfür waren unter anderem wiederholte Personalengpässe und Abmeldungen von Versorgungsstationen in der Geburtshilfe sowie die generellen Herausforderungen einer bestmöglichen medizinischen Versorgung im Flächenland MV. 

Elf Abgeordnete und zehn Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitsbereich einschließlich der Patientenorganisationen hatten sich seither in 20 – zumeist digital durchgeführten – Anhörungen und einem umfänglichen Gutachten intensiv mit dem Stand und Perspektiven der medizinischen Versorgung in MV beschäftigt. Die Fraktionen von SPD, CDU und LINKE haben mit ihren jeweiligen Arbeitsgruppen fraktionsübergreifend Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Bestandteil des beschlossenen Abschlussberichts sind und sich an alle Akteure im Gesundheitsbereich richten. Dazu erklärt Julian Barlen, gesundheitspolitischer Sprecher und Obmann der SPD-Landtagsfraktion: 

„Wir wollen eine qualitativ hochwertige und zugleich erreichbare medizinische Versorgung sicherstellen. Die Gesundheit und die Bedürfnisse der Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung mit veränderten Versorgungsbedarfen, einem rasanten medizinischen Fortschritt und immer knapper werdenden personellen Ressourcen steht die Versorgung vor großen Herausforderungen.

Eine flächendeckende medizinische Versorgung wird sich nur durch eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit und den kooperativen Einsatz aller verfügbaren Kräfte sicherstellen lassen. Alle Krankenhausstandorte müssen erhalten bleiben. In diesem Zuge ist auch der Zugang zu ambulanten, pflegerischen und generell allen heilberuflichen Leistungen zu verbessern und langfristig zu sichern.

Dazu gehören unter anderem: die Stärkung der Patientenbeteiligung, eine bessere sektoren- und trägerübergreifende Zusammenarbeit, der Ausbau von Gesundheitszentren in der Fläche, der Schaffung einer telemedizinischen Plattform, eine konzertierte Aktion für eine gesicherte Geburtshilfe und nicht zuletzt die generell bessere Erreichbarkeit von Gesundheitsangeboten.

Für die Geburtshilfe schlagen wir die zügige Entwicklung tragfähiger Konzepte vor, die unter anderem erweiterte Studienangebote für Hebammen, Geburtshausangebote an Gesundheitszentren und entsprechende Transportmöglichkeiten beinhalten. Ein Expert*innengremium mit allen an der Versorgung Beteiligten soll innerhalb von 24 Monaten ein entsprechendes landesweites Konzept vorlegen, das auch die Situation an den Standorten in Crivitz und Bergen einbezieht.

Ein telemedizinisches Zentrum sowie ein telemedizinisches Netzwerk soll eingerichtet werden, das mit einer Digitalisierungsplattform verbunden wird, um so fachkollegiale und auch konsiliarische Expertise zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung zu stellen.

Für eine verbesserte Fachkräftegewinnung sollen z. B. die Ausbildungskapazitäten in den Blick genommen, eine bessere Bindung der Absolventinnen und Absolventen ans Land erreicht, Bonusprogramme, Wiedereinstiegsprogramme fortgeschrieben und nicht zuletzt mehr Familienfreundlichkeit in allen Gesundheitsberufen erreicht werden.
Die erarbeiteten Ergebnisse sollen nach dem Willen der Kommission in der nächsten Legislaturperiode von einer Regierungskommission umgesetzt werden, der auch Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften, der Wissenschaft, der Leistungserbringer, der Kostenträger sowie der organisierten Patientenvertreterinnen angehören.
Nur mit vereinten Kräften wird es gelingen, eine gute Versorgung überall in der Fläche erreichbar zu halten.“

Themen: #Gesundheit
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  • Sprecher für Gesundheitspolitik, Strategien gegen Rechtsextremismus