Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. Juni 2019

Gründungsmitglied des islamischen Bundes Rostock erhält Johannes-Stelling-Preis

Der Vorsteher der islamischen Gemeinde in Rostock, Dr. Maher Fakhouri ist mit dem diesjährigen Johannes-Stelling-Preis der SPD-Landtagsfraktion ausgezeichnet worden. Mit der Verleihung des Johannes-Stelling-Preises erinnert die SPD-Landtagsfraktion an das Wirken des von Nazis ermordeten SPD-Politikers Johannes Stelling. Geehrt werden sollen Bürgerinnen und Bürger, aber auch Institutionen des Landes für ihr couragiertes Eintreten gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum 14. Mal verliehen.

Dr. Maher Fakhouri kam 1985 aus Syrien nach Rostock. Nach der Wende war er maßgeblich am Aufbau der Islamischen Gemeinde Rostock und der Gründung des Islamischen Bundes Rostock beteiligt. Seit seiner Gründung 1990 arbeitet Herr Fakhouri im interreligiösen Arbeitskreis Rostock mit. Herr Fakhouri verteidigt in seinen Statements und Andachten stets die freiheitlich demokratische Grundordnung und tritt für einen dialogfähigen Islam ein. Vehement tritt er einem populistischen und rechtsextremen Islamhass entgegen.

Neben Dr. Fakhouri wurden die Freie Schule Güstrow, die seit Jahren den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ trägt und die Polizeibeamtin im Ruhestand, Angelika Reichelt aus Rostock, die sich ehrenamtlich im Bereich Demokratieförderung engagiert mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

„Ich bin stolz darauf, wie viele Menschen in unserem Land gegen Hass und für eine offene Gesellschaft engagieren. Wir sind viele, wir sind mehr. Wir, die für eine offene Gesellschaft eintreten, die in Freiheit und Frieden leben wollen, wir wollen eine Gemeinschaft, die zusammenhält und keine die trennt,“ lobte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in ihrer Festrede die Nominierten und die zahlreichen Engagierten Bürger*innen des Landes, die an diesem Tag nicht mit ihrem Engagement in der Öffentlichkeit standen.

Für einen besonderen Höhepunkt der diesjährigen Festveranstaltung sorgte der bekannte Sänger und Musiker Sebastian Krumbiegel. Krumbiegel, der selbst Opfer von gewalttätigen Rechtsextremisten geworden war, setzt sich seit Langem für Zivilcourage und gegen Fremdenfeindlichkeit ein und hat dazu auch ein Buch geschrieben. Seine Laudatio auf den Hauptpreisträger hielt der Sänger der Band „Die Prinzen“ daher fast wie selbstverständlich am Klavier.
  • Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Medienpolitik