Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
10. Oktober 2013

Hering statt Weißwurst

Tilo Gundlack: Was Oktoberfest recht ist, muss Hanse Sail und Kieler Woche billig sein

Der Landtag beschäftigt sich heute mit dem Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD und CDU „Steuerliche Gleichbehandlung von Hanse Sail und Oktoberfest“. Hierzu erklärt der finanzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tilo Gundlack:

„Warum können die Bayern auf Kosten der Steuerzahler in VIP-Logen Weißwurst und Bier konsumieren, wir aber nicht Hering und ‚Mann und Fru’ auf den Traditionsseglern bei der Hanse Sail? Dies fragen sich die Koalitionsfraktionen, aber auch viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die Industrie und Handelskammern in unserem Land und viele Kommunal- und Landespolitiker.

Denn bisher gilt, viele Unternehmer des Münchner Oktoberfestes feiern auf Kosten des Steuerzahlers, da die Bewirtungskosten beim Finanzamt geltend gemacht werden können. Viele Firmen nutzen diese Gelegenheit, ihre Kunden und Geschäftspartner dort zu bewirten und Kontaktpflege zu betreiben. So kann es zu neuen Aufträgen kommen und somit zu einer Arbeitsplatzsicherung und weiterer Wertschöpfung.

Nun kann man geteilter Meinung sein, ob dies richtig oder falsch ist, aber warum geht das beim Oktoberfest und nicht auf den Segelausflügen bei maritimen Großereignissen wie der Hanse Sail, dem Hamburger Hafenfest oder der Kieler Woche? So ist die Hanse Sail ein Großereignis für die Region Rostock, die von überragender touristischer und wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Dabei geht es den Koalitionsfraktionen mit ihrer Landtagsinitiative um die Traditionssegler. Denn viele Unternehmen des Landes nutzen die besondere Atmosphäre auf den Segelschiffen für Geschäftseinladungen. Mit dem Antrag wird die Landesregierung deshalb gebeten, sich z.B. mit den anderen Nordländern dafür einzusetzen, dass die steuerliche Ungleichbehandlung maritimer Großereignisse gegenüber anderen Großveranstaltungen mit VIP-Logen wie Fußballspielen oder dem Münchner Oktoberfest aufgehoben wird.

Ausdrücklich wollen wir dabei natürlich nicht, dass die Besitzer von Motor- oder Segelyachten ihr privates, kostspieliges Hobby zu Lasten der öffentlichen Hand vom Gewinn des Unternehmens absetzen können. Deshalb ist unser Auftrag an die Landesregierung ganz klar auf die Belebung maritimer Großereignisse bezogen.“

Kontakt
  • stellv. Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Haushalts- und Finanzpolitik, Sportpolitik, Werftenpolitik