Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. Dezember 2015

Keine Kürzung der Referendarausbildung

Andreas Butzki: Vorschläge der Grünen zur Reform der Lehramtsausbildung sind unausgegoren

Vor fast genau zwei Jahren hat der Landtag das derzeit geltende Lehrerbildungsgesetz nach einer breiten Diskussion beschlossen. Auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen soll es nun bereits eine erneute Veränderung geben im Bereich der Lehramtsausbildung. Hierzu erklärt der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Andreas Butzki:

„Dieses Spielchen kennen wir mittlerweile zur Genüge. Die Grünen suchen sich einen einzelnen Punkt aus einem Gesetz heraus, um sich bildungspolitisch zu profilieren. Aber die Lehramtsausbildung ist dafür denkbar ungeeignet. So sind u.a. eine Fülle von rechtlichen Vorschriften und Regelungen der Kultusminierkonferenz einzuhalten.

Nach einigen Gesprächen, die ich mit Experten geführt habe, ist aus meiner Sicht einzig die Einführung eines Praxissemesters überlegenswert. Der frühzeitige, intensive Praxisbezug des Lehramtsstudiums ist notwendig und ausbaufähig. Allerdings würden durch die deutliche Erhöhung der Referendare auf mehr als 800 im Jahr 2017 die Schulen erheblich mehr belastet, wenn die mindestens gleiche Anzahl von Praktikanten noch hinzukommen würde.

Es stellt sich auch die Frage, wann solch ein Praxissemester eingeführt werden soll. Auf jeden Fall benötigen die Lehramtsstudenten vor dem Referendariat ein gewisses Rüstzeug an Fachwissen sowie an pädagogischen und psychologischen Fähigkeiten. Der Grünen-Antrag begründet überhaupt nicht, wie ein Praxissemester ablaufen soll.

Gleichzeitig über eine Kürzung der Referendarzeit nachzudenken, wie die Grünen es machen, wäre das absolute falsche Signal. Von der 18-monatigen Ausbildung müssen bereits jetzt die Hospitationszeiten am Anfang, die Seminarzeiten und die Prüfungszeit zum Abschluss der Referendarausbildung abgezogen werden. Unter dem Strich hätten angehende Lehrkräfte damit also weniger Praxiserfahrung als jetzt.

Und auch eine verlängerte Studienzeit ist keine Alternative. Die Regelstudienzeit ist bereits jetzt relativ lang. Die Vorschläge der Grünen sind also unausgegoren und werden deshalb von den Koalitionsfraktionen abgelehnt.“

  • stellv. Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Schulpolitik/Berufliche Bildung
  • Agrarausschuss, Bildungsausschuss