Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
14. März 2014

Land macht Fortschritte bei Bekämpfung der Kinderarmut

Ralf Mucha: Wir sind in Mecklenburg-Vorpommern auf einem guten Weg

Zur heutigen Debatte im Landtag über Kinderarmut in Mecklenburg-Vorpommern erklärt der kinder- und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Mucha:

„Kinderarmut verhindert man am besten dadurch, dass die Eltern einer gerecht bezahlten Arbeit nachgehen können. Mit Projekten wie AQUA oder Jobcoach, einer auf den ersten Arbeitsmarkt fokussierten Arbeitsmarktpolitik und mit dem Vergabegesetz zum Mindestlohn setzen wir im Land die notwendigen Impulse. Impulse übrigens, die wirken.

Die Zahl der ALG-II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern ist zwischen Oktober 2009 und Oktober 2013 in unserem Land um 5.658 bzw. 15,2 Prozent zurückgegangen – bei konstanten Geburtenzahlen übrigens. Konkret sind somit 4.200 Kinder unter 15 Jahren weniger auf Sozialleistungen des Staates angewiesen. Bei den Alleinerziehenden sank der Anteil derer, die ALG-II bezogen, von knapp 60 Prozent 2009 auf 46 Prozent 2013. Diese offiziellen Zahlen der BA zeigen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern auf einem guten Weg sind.

Armutsstatistiken wie die der Hans-Böckler-Stiftung haben das Problem, dass sie immer relativ sind. Die Situation im Land wird dann ins Verhältnis gesetzt zur Entwicklung in ganz Deutschland, mit der Folge, dass Mecklenburg-Vorpommern dann schlechter abschneidet. Denn steigen in Westdeutschland die Löhne deutlich stärker als in den Neuen Ländern, wie es in den letzten zehn Jahren der Fall war, dann scheint der Osten plötzlich ärmer zu werden, obwohl die tatsächliche Situation eine ganz andere ist.

Gemessen am Bundesdurchschnitt beziehen 22 Prozent der Menschen im Land weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens und sind somit statistisch armutsgefährdet. Nimmt man als Vergleichsmaßstab das Medianeinkommen nur in Mecklenburg-Vorpommern, sinkt dieser Wert auf 14 Prozent und ist damit sogar leicht besser als in Bayern. Was wir angesichts des immer noch zu niedrigen Lohnniveaus im Land benötigen, ist der flächendeckende, gesetzliche Mindestlohn und natürlich auch eine über den Mindestlohn hinausgehende gesunde Lohnentwicklung in Handwerk und Gewerbe.

Unser Ziel ist es, dass alle Kinder in unserem Land ohne Armut aufwachsen können. Alle Kinder müssen die Chance haben, ihre Möglichkeiten voll zu entfalten und die bestmögliche Bildung von Anfang an zu erhalten. Hierzu gehört z.B. der Anspruch auf Kindertagesförderung im Umfang von mindestens 30 Stunden pro Woche."

Kontakt
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