SPD Landtagsfraktion Mecklenburg Vorpommern

Julian Barlen: Medikamententests in der ehemaligen DDR müssen lückenlos aufgeklärt werden

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Julian Barlen, kündigt im Zuge der aktuellen Diskussion rund um Medikamententests in der ehemaligen DDR eine Antragsinitiative der Regierungskoalition für die kommende Landtagssitzung an:

„Die Koalitionsfraktionen nehmen die aktuellen Erkenntnisse rund um die Medikamententests in der ehemaligen DDR sehr ernst. Hier ist dringend eine lückenlose Aufklärung geboten.

Staaten, Pharmaunternehmen oder medizinische Einrichtungen, die Menschen gegen ihren Willen oder unwissentlich für medizinische Versuchsreihen benutzen bzw. dies billigend in Kauf nehmen, handeln unethisch und menschenverachtend. Dies ist zu keinem Zeitpunkt und unter keinen Umständen akzeptabel. Begangenes Unrecht ist vollständig aufzuarbeiten.

Wir fordern die Pharmakonzerne, die betroffenen Krankenhäuser und das Bundesministerium für Gesundheit auf, konsequent und vollständig zur Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe beizutragen. Ebenso hat die Landesregierung dafür Sorge zu tragen, dass Patientenakten von medizinischen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern gesichert werden, die Hinweise darauf enthalten, dass an Menschen gegen deren Willen oder unwissentlich medizinische Versuche durchgeführt wurden.

Den aktuellen Anhaltspunkten muss über die Landesgrenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus im Rahmen eines flächendeckenden und unabhängigen Forschungsprojekts nachgegangen werden. In Auswertung der Ergebnisse der Aufklärung ist zu klären, ob Entschädigungsansprüche von Opfern medizinischer Versuchsreihen bestehen und wer hierfür die Verantwortung trägt.

Darüber hinaus fordern wir, dass auch bei gegenwärtigen und zukünftigen klinischen Studien deutscher Unternehmen und Institutionen die in Deutschland geltenden ethischen Forschungsstandards im In- und Ausland strikt eingehalten werden.“

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