Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
25. April 2013

Mecklenburg-Vorpommern bundesweiter Vorreiter bei Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt

Ralf Mucha: Mit Hilfefonds soll zumindest kleine Form der Wiedergutmachung ermöglicht werden

Zur Einbringung des Antrages der Koalitionsfraktionen „Runder Tisch sexueller Kindesmissbrauch“ erklärt der kinder- und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Mucha:

„Der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns wird mit der Verabschiedung des heutigen Antrages ein wichtiges Signal für die gesamte Bundesrepublik setzen. Das wahrlich nicht finanzstarke Mecklenburg-Vorpommern wird als erstes Bundesland den gemeinsamen Hilfefonds von Bund und Ländern für die Unterstützung von Opfern sexueller Gewalt insbesondere in Familien mit einer Million Euro unterstützen.

Jedes Kind verdient es, behütet, unversehrt und in Liebe aufwachsen zu können. Aber nicht jedem Kind und jedem Jugendlichen ist dies vergönnt. Denn statt in liebevoller Geborgenheit aufzuwachsen, sehen sich diese Kinder und Jugendlichen wehrlos Erwachsenen gegenüber, die ihre Macht missbrauchen. Sexueller Kindesmissbrauch führt zu seelischen Wunden, die Opfer ein Leben lang mit sich herumtragen müssen.

Wenn wir als Landtag dem vorliegenden Antrag zustimmen und uns als erstes Bundesland finanziell am Hilfefonds für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs beteiligen, kommen wir einer gesellschaftlichen und moralischen Verpflichtung nach. Ich hoffe sehr, dass dieses Signal auch von den anderen Bundesländern verstanden wird und diese zügig ihren Beitrag leisten. Denn es geht um Menschen, denen großes Unrecht widerfahren ist und denen eine zumindest kleine Form der Wiedergutmachung ermöglicht werden soll. Dabei geht es z. B. auch um Therapien für heute bereits erwachsene Opfer.“

Hintergrund:

Der „Runde Tisch Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ hat in seinem Abschlussbereicht vom 30.11.2011 die Einrichtung eines ergänzenden Hilfesystems für die Opfer sexuellen Missbrauchs empfohlen. Der geplante Hilfefonds von 100 Millionen Euro wird vom Bund mit 50 Mio. Euro finanziert. Die Länder sollen die andere Hälfte beisteuern. Für Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Anteil nach „Königssteiner Schlüssel“ ca. 1 Mio. Euro. Zielgruppe für die geplanten Hilfen sind insbesondere Betroffene im familiären Kontext, die im Zeitraum von 1949 bis 2013 Opfer sexueller Gewalt wurden.

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