Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
03. Juli 2015

Moore können Beitrag zur Energiewende leisten

Thomas Krüger: Paludikulturen haben Potential für regionale Wertschöpfung

Der Landtag hat sich heute auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen, die Nutzung von so genannten Paludikulturen stärker wissenschaftlich zu begleiten und entsprechende Forschungsaktivitäten durchzuführen. Hierzu erklärt der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Krüger:

„Mit der Energiewende ergeben sich für nasse Moorstandorte in unserem Land neue Nutzungsmöglichkeiten. Dabei geht es um den Anbau von Paludikulturen (palus - lateinisch: Sumpf), wie z.B. Schilf, Rohrglanzgras und Schwarzerlen. Diese auf Feuchtstandorten wachsenden Pflanzen können geerntet und energetisch verwertet werden.

Bei einem geschätzten Moorflächenpotential von über 50.000 ha bestehen in Mecklenburg-Vorpommern ideale Voraussetzungen, um weitere lokale und nachhaltige Wertschöpfungsketten entstehen zu lassen. So gibt es neben der direkten energetischen Verwertung der Paludi-Biomasse, die auf nassen Moorstandorten gewachsen ist, viele weitere Anwendungsmöglichkeiten. Dazu gehören etwa die Verwertung in Biogasanlagen, die Produktion von Pellets und Briketts, das Herstellen von Baustoffen z.B. aus Lehm und Schilf oder die Produktion von Dämmstoff- und Brandschutzmatten.

Eine erste derartige Anlage in MV gibt es bereits in meiner Heimatstadt Malchin. Das hier entstandene Niedermoorheizkraftwerk nutzt v.a. Seggen, Binsen und Rohrglanzgras um einen ganzen Stadtteil mit rund 500 Wohnungen sowie Schule und Kita zu beheizen. Auf diese Weise ist auf den Niedermoorflächen des Naturparks Peenetal eine regionale Wertschöpfungskette, durch eine nachhaltige Bereitstellung von Heizenergie entstanden. Diese Heizanlage, die keine EEG-Förderung bekommt, kann sich dennoch am Markt behaupten.

Darauf soll mit unserer heute beschlossenen Landtagsinitiative aufgebaut werden. Wir brauchen, um zu einer breiteren Anwendung und vor allem zur Anwendungsreife zu kommen, mehr Forschungsaktivitäten. Zudem wollen wir, dass es einen wissenschaftlich begleiteten Versuchsanbau auf landeseigenen Flächen gibt, um praxisorientiert Erfahrungen zu sammeln.“

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