Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
04. Februar 2016

Widerstand gegen 24-Stunden-Kita nicht nachzuvollziehen

Ralf Mucha: Eltern in Schichtdienstberufen brauchen gute Betreuungsangebote

Zur Debatte um die 24-Stunden-Kita in Rostock erklärt Ralf Mucha, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

„Der Widerstand von Sozialsenator Bockhahn (DIE LINKE) in der Debatte um die 24-Stunden-Kita in Rostock ist nicht nachzuvollziehen. Es wird über fehlendes Geld geklagt. Dabei hat die Rostocker Bürgerschaft auf Antrag der SPD-Fraktion die notwendigen Mehrausgaben seitens der Stadt von ca. 100.000 Euro bereits bewilligt. Hinzu könnten noch Mittel des Bundes für Ganztagskitas kommen. Und wohlgemerkt: Auch die Eltern, die auf die Nutzung dieser Betreuungsmöglichkeit angewiesen sind, würden sich über höhere Elternbeiträge an den Mehrkosten beteiligen.

Am Geld kann es also nicht liegen, wenn der Senator Bockhahn bei seinem Nein bleibt. Und aus fachlicher Sicht ist seine Argumentation irreführend, wenn behauptet wird, dass Kinder sechs Tage die Woche für jeweils 19 Stunden in der Kita abgegeben werden.

Diese Äußerung ist meiner Ansicht nach eine Beleidigung all jener Eltern, die verantwortungsvolle Berufe im Schichtdienst etwa bei der Polizei oder im Gesundheitswesen ausüben und denen indirekt vorgeworfen wird, sie wären Rabeneltern. Es gehört zur Lebensrealität, anzuerkennen, dass es auch Menschen gibt, deren Arbeitszeit eben nicht von neun bis fünf geht und deren Arbeitswoche Freitagmittag noch nicht zu Ende ist.

Wir benötigen vielmehr Rahmenbedingungen, die auch diesen Eltern ermöglicht, unbesorgt ihrer Arbeit nachzugehen und die Kinder gut versorgt zu wissen, damit sie sich umso entspannter auf die gemeinsame Zeit mit den Kindern freuen können. Dazu gehört in Rostock endlich auch die Einrichtung einer 24-Stunden-Kita.“

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