Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
18. Dezember 2020

Johannes-Stelling-Preis 2020 geht an „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“/Ehrenpreise für FC Greif Torgelow und Suppenküche Bad Doberan/Netzwerk „Doberan hilft“

Der mit 2000 Euro dotierte Johannes-Stelling-Preis der SPD-Landtagsfraktion geht in diesem Jahr an das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“. Die Jury würdigte insbesondere, dass das Aktionsbündnis "8. Mai Demmin" auf Versuche von Rechtsextremisten, die tragischen Ereignisse in Demmin nach dem Krieg für sich zu vereinnahmen, kreative Antworten gesucht und gefunden hat.
Zudem strahle das Bündnis inzwischen weit über Demmin hinaus und stehe für den Widerstand gegen alle Versuche rechter Geschichtsverdrehung. Das Bündnis hat es zudem geschafft, die Veranstaltung auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen und bietet darüber hinaus nicht nur am 8. Mai Aktionen an, sondern ist über das Jahr mit unterschiedlichen Initiativen präsent.

Der Torgelower FC Greif e.V. hat sich sowohl bei der Integration polnischer Mitbürgerinnen und Mitbürger vorbildlich engagiert, als auch bei der Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlicher mit ausländischen Wurzeln sowie aus schwierigeren sozialen Elternhäuser. Das weltoffene Klima im Verein hat auch Einfluss auf das politische Klima in der Stadt. Durch die sportlichen Leistungen des Vereins wird diese positive Entwicklung inzwischen über die Region hinaus getragen.

Der „Treffpunkt Suppenküche“ in Bad Doberan hat es geschafft, Menschen unterschiedlichster Herkunft und Vergangenheit beim täglichen Kochen und Essen zu vereinen. Wenn die Suppenküche montags bis freitags für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt offensteht, werden Vorurteile abgebaut und gemeinsam schmeckt es zudem immer besser als allein. Das Netzwerk „Doberan hilft“ hat besonders in der Flüchtlingskrise umfangreiche Hilfe bei der Eingliederung geleistet und dabei zugleich versucht, die Einheimischen und die Neuankömmlinge miteinander bekannt zu machen – auch in enger Zusammenarbeit mit der Suppenküche.

Der Stelling-Preis wurde in diesem Jahr zum 15. Mal verliehen. Mit dem Preis wird an das Wirken des von den Nazis ermordeten Sozialdemokraten Johannes Stelling erinnern sowie Bürgerinnen und Bürgern als auch Institutionen für ihr couragiertes Verhalten und bürgerliches Engagement danken. Die diesjährigen Preisträger wurden von der Jury, der unter anderem Vertreter des Landesseniorenbeirates und des Landesjugendringes angehören, aus 28 Vorschlägen ausgewählt. Pandemiebedingt konnte die Übergabe der Stele und der Ehrenplaketten in diesem Jahr nicht mit einer Festveranstaltung begangen werden. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Krüger, wird die Preise deshalb persönlich überbringen, wenn die Umstände es wieder zulassen.

Kurze Videoporträts der Preisträgervereine gibt es hier:
Facebook: https://www.facebook.com/watch/493734394101595/290047882225439
YouTube: https://youtube.com/playlist?list=PLse6_NVGbcnFf_Lyjuiv27jakV9aYFYOT

Die bisherigen Preisträger seit 2006:
2006: Fritz Kalf
2007: Günther Hoffmann
2008: Annelies Knop und Ute Lindenau
2009: Kathrin Oxen
2010: Ulrich Höckner und Jutta Bressem
2011: William Wolff (stellv. für die ungenannten Zeitzeugen des Holocaust)
2012: Bernd Meier
2013: Bündnis Vorpommern
2014: Europaschule Rövershagen
2015: Karen Larisch
2016: Willkommenskultur Torgelow
2017: Steffi Brüning
2018: Teshome Toaspern
2019: Dr. Maher Fakhouri

Zur Person Johannes Stelling:
Johannes Stelling wurde am 12. Mai 1877 in Hamburg geboren. 1901 trat er in Lübeck in die SPD ein. 1919 wurde Johannes Stelling in die Nationalversammlung gewählt und gehörte von 1920 bis 1933 dem Reichstag als SPD-Abgeordneter an. 1919 war er Innenminis-ter und von 1921 bis 1924 Ministerpräsident des Freistaates Mecklenburg-Schwerin.
Johannes Stelling wurde im Juni 1933 eines der ersten Opfer der sogenannten „Köpenicker Blutwoche“. In der Nacht vom 21. zum 22. Juni 1933 wurde er nach Misshandlungen und Folter von der SA ermordet.
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  • Sprecher für Medienpolitik