Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
19. Januar 2015

PUA: Zulieferer mahnten bessere Kommunikation mit Werft-Geschäftsführung an

Stefanie Drese: Umstieg auf Spezialschiffbau war nach Zeugeneinschätzung richtige Entscheidung

Zu den Befragungen von Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph und des Bundestagsabgeordneten und ehemaligen P+S-Aufsichtsratsmitglieds Eckhardt Rehberg in der heutigen Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zu den P+S-Werften erklärt die Obfrau der SPD-Landtagsfraktion, Stefanie Drese:

"Herr Dr. Rudolph hat dem PUA sehr detailliert zu den Abläufen und Gesprächswegen zwischen Werft, Zulieferern und Landesregierung Rede und Antwort gestanden. Unter Bezugnahme auf den heutigen Presseartikel im ‚Nordkurier' hat er betont, dass von der Werft-Geschäftsführung in den Gesprächen im Sommer 2012, an denen er teilgenommen habe, kein Druck gegenüber den Zulieferern ausgeübt wurde. Vielmehr hätten die Zulieferer eine bessere Gesprächskultur mit der Geschäftsführung um Dr. Brammertz eingefordert.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Aussagen des Brammertz-Nachfolgers Rüdiger Fuchs in der vergangenen Woche. Fuchs hatte sich in seiner Befragung erschrocken über das Betriebsklima und die fehlende Kommunikation seitens der alten Geschäftsführung bei seinem Amtsantritt gezeigt.

Der zweite Zeuge Eckhard Rehberg hob hervor, dass die Entscheidung der Werften zum Umstieg auf den Spezialschiffbau richtig war. Um diesen Umstellungsprozess positiv zu begleiten und um Arbeitsplätze zu erhalten, sei das Ausreichen der Landesbürgschaft der einzig gangbare Weg gewesen. Bei einem Einstieg des Landes als Werft-Gesellschafter wäre dagegen nach Darstellung Rehbergs die Unterstützung durch die Rettungs- und Umstrukturierungsbeihilfe über den so genannten Deutschlandfonds ausgeschlossen gewesen.

Darüber hinaus brachte die Vernehmung von Eckhard Rehberg als weiterer Zeuge aus dem Aufsichtsrat der P+S-Werften keine neuen Erkenntnisse. Genauso wie seine bereits befragten ehemaligen Aufsichtsratskollegen Fröschke, Kräplin, Kraus, Kulenkampff, Reiners und Dr. Winter wies er auf die Sanierungsfähigkeit und positive Fortführungsprognose der Werften hin. Grundlage dafür waren das Gutachten von KPMG und die Zahlen und Konzepte des Geschäftsführers Dieter Brammertz."

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