Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
29. Juli 2020

Rechtsextreme Umtriebe in Greifswald besorgniserregend

Julian Barlen: Schweinskopf-Attacken sind Angriffe auf uns alle  
Vor dem Islamischen Kulturzentrum in der Hansestadt Greifswald wurde am heutigen Mittwoch erneut ein abgetrennter Schweinekopf gefunden. Dies ist bereits der zweite Vorfall dieser Art binnen einer Woche in Greifswald. Immer wieder wird von Menschen mit Migrationshintergrund über verbale Einschüchterungen und offenen rassistischen Drohungen berichtet. Zudem ist jüngst bekannt geworden, dass sich der überwiegend aus Geflüchteten bestehende Fußballclub „FC Al Karama“ (übersetzt: Würde) aus der Kreisliga abmeldet – aufgrund zu vieler rassistischer Bedrohungen.

Zu diesen Vorgängen erklärt Julian Barlen, Rechtsextremismusexperte der SPD-Landtagsfraktion:

„Die mutmaßlich rechtsextremen Schweinskopf-Attacken sind ein wiederholter Angriff auf die grundgesetzlich geschützte Religionsfreiheit in unserem Land und sollen Menschen muslimischen Glaubens gezielt beleidigen und einschüchtern. Diese Attacken gelten letztlich allen, die sich mit unserer freiheitlichen Gesellschaft identifizieren.

Die Tatsache, dass sich in Greifswald mittlerweile mehrere solcher Taten ereignet haben, immer mehr über Bedrohungen im öffentlichen Raum und im sozialen Web – auch gegenüber der Integrationsbeauftragten – berichtet wird, sind besorgniserregend und müssen sehr ernst genommen werden.

Die Sicherheitsbehörden müssen eine klare, harte Strategie gegen solcherlei Aufflammen des Rechtsextremismus fahren. Selbstverständlich muss die Tat vor dem Greifswalder Kulturzentrum lückenlos aufgeklärt werden. Eine Nachahmung muss verhindert werden. Letztlich steht das Vertrauen in unseren Rechtsstaat auf dem Spiel.

Ebenfalls alarmierend ist die Tatsache, dass sich der Greifswalder Fußballverein „Al Karama“ aus dem Kreisliga-Spielbetrieb abmelden musste, da die Spieler die dauerhaften rassistischen Anfeindungen nicht mehr ausgehalten haben. Das positive Engagement des Landessportbundes sowie des Landes- und Kreisfußballverbandes in dieser Sache ist ausgesprochen begrüßenswert und muss unvermindert fortgesetzt werden. Gemeinsam mit den Vereinen, aber auch der Polizei, müssen wirksame Wege gefunden werden, damit Hass, Hetze und rechtsextreme Straftäter sich im Umfeld des Fußballs nicht mehr ausleben können.

Diese Taten sind Angriffe auf uns alle. Als SPD-Landtagsfraktion zeigen wir unsere ausdrückliche Solidarität mit den Opfern dieser rechtsextremen Gewalt. Gleichzeitig bedanken wir uns bei all den engagierten Frauen und Männern in den Kultur- und Sportstätten des Landes, die mit ihrer wichtigen Arbeit, ein friedliches Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen erst ermöglichen.

 

  • Sprecher für Gesundheitspolitik, Strategien gegen Rechtsextremismus