Lantagsfraktion Mecklenburg Vorpommern
19. Juli 2019

75 Jahre Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944: Gedenken und Nachdenken über deutsche Geschichte

Thomas Krüger: Demokratie und Freiheit waren und sind keine Selbstläufer

Am morgigen 20. Juli 2019 jährt sich zum 75. Mal das gescheiterte Attentat auf Hitler durch die Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Thomas Krüger erklärt aus diesem Anlass.

„Widerstand gegen Gewaltherrschaft und Diktatur zu leisten, erfordert Mut und Opferbereitschaft. Menschen, die für das Ende der Tyrannei ihr Leben aufs Spiel setzen, verdienen unseren Respekt und Anerkennung. Das galt vor 75 Jahren und das gilt auch heute.

Die Männer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg haben damals – auch wenn sie gescheitert sind – gezeigt, dass man Menschlichkeit und Vernunft niemals bedingungslosem Gehorsam unterordnen darf. Und sie sind - trotz aller Unterschiede in der Motivation und Herkunft - ihrem Gewissen gefolgt und nicht der Angst um ihr Leben. Es ist deshalb richtungsweisend, dass inzwischen am Tag des gescheiterten Attentates traditionell junge Soldaten der Bundeswehr vereidigt werden.

Das 75-jährige Jubiläum des gescheiterten Hitler-Attentates fällt zusammen mit dem 30-jährigen Jubiläum der friedlichen Wende. Auch 1989 haben Menschen ihr Leben riskiert, erst wenige, dann viele, und glücklicherweise konnten sie vollenden, was 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn oder 1968 in Prag noch blutig niedergeschlagen wurde. Der Lohn für diesen Mut ist Demokratie und Freiheit in Deutschland und in vielen anderen Ländern Europas, die die historische Chance genutzt haben, um sich von ihren Diktaturen zu befreien.

Der 20. Juli ist deshalb ein guter Anlass, die jüngere deutsche Geschichte Revue passieren zu lassen. Fest steht, dass das Erreichte kein Selbstläufer war und ist. Demokratische und menschliche Grundwerte müssen jeden Tag neu verteidigt werden, im Parlament, aber auch auf der Straße, im Verein und in der Familie. Das ist unsere Verantwortung gegenüber den Menschen, die dafür ihre Freiheit oder ihr Leben geopfert haben.“
  • Fraktionsvorsitzender
  • Sprecher für Medienpolitik